Grüner Star – kleiner Eingriff statt Tropfen

Riesiger Fortschritt bei der Behandlung des Glaukoms. Prof. Maya Müller von den Pallas Kliniken erklärt die schonende Alternative zur lebenslänglichen Anwendung von Augentropfen.

Maya Müller

Mit dem grünen Star ist nicht zu spassen. Wenn man ihn bemerkt, ist es schon reichlich spät. Er entwickelt sich schleichend und macht anfänglich kaum oder überhaupt keine Symptome. Erst später kommt es zu Einschränkungen des Gesichtsfelds, die sich nicht nur bei der genauen augenärztlichen Untersuchung, sondern auch im Alltag bemerkbar machen.

Mit dem Begriff „grüner Star“ oder „Glaukom“ bezeichnet man eine Reihe von Augenerkrankungen, die den Sehnerv und die Netzhautzellen schädigen können. Die häufigste Ursache des Grünen Stars ist ein erhöhter Augeninnendruck im Augapfel, vorwiegend durch eine Abflussbehinderung des Kammerwassers.

Dauerhafte Senkung des Augeninnendrucks

Vordringliches Ziel der Behandlung ist die dauerhafte Senkung des Augeninnendrucks. Zuerst mit Augentropfen, die man peinlichst genau anwenden muss. Ist die Krankheit fortgeschritten oder genügt die Therapie mit Augentropfen nicht, gibt es inzwischen mit der Kanaloplastik ein sehr wirksames und schonendes Verfahren, um den Augendruck zu normalisieren. Dabei wird mit einem Minikatheter ein Kunststoff-Faden ringförmig in den Abflusskanal des Auges gelegt, um ihn offen zu halten, den Augeninnendruck zu normalisieren und das Fortschreiten des Glaukoms zu stoppen. Der grosse Vorteil dieser Methode gegenüber herkömmlichen chirurgischen Verfahren: Die anatomischen Strukturen des Auges werden vollumfänglich bewahrt.

Oft wird dieser Eingriff gleich mit einer Operation des grauen Stars kombiniert. Das heisst, die alte Linse wird entfernt und eine neue Kunstlinse eingesetzt. Das bewirkt eine zusätzliche Senkung des Augeninnendrucks. In den allermeisten Fällen kann danach auf Augentropfen verzichtet werden.

Weil bereits bestehende Schäden am Sehnerv nicht mehr rückgängig gemacht werden können, ist Früherkennung oberstes Gebot. Je rascher die Behandlung einsetzt, desto besser. Wird ein Glaukom nicht behandelt, kommt es zu schwerwiegenden Gesichtsfeldausfällen bis hin zur Erblindung. Menschen ab 40 sollten daher regelmässig ihren Augendruck messen lassen.

Kontakt und Information

Prof. Dr. med. Maya Müller,
Chefärztin Augenheilkunde,
Fachärztin FMH für Ophthalmologie,
spez. Ophthalmochirurgie, Gendermedizinerin (DGesGM),
Augen + Augenlaser / Augenheilkunde

Pallas Klinik Zürich
Telefon 058 335 00 00
zuerich@pallas-kliniken.ch
www.pallas-kliniken.ch

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 02.07.2018. Setzte ein Lesezeichen permalink.

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