Pelacarsen hat in einer grossen klinischen Studie nicht wie erhofft gezeigt, dass er Menschen mit erhöhten Lipoprotein(a)-Werten vor schweren Herz-Kreislauf-Ereignissen schützen kann. An der Studie nahmen mehr als 8.000 Menschen teil, die bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hatten und gleichzeitig erhöhte Lipoprotein(a)-Werte aufwiesen. Zwar konnte Pelacarsen den Lp(a)-Spiegel im Blut deutlich reduzieren. Das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse sank dadurch jedoch nicht wie erhofft.
Lipoprotein(a), kurz Lp(a), ist ein Blutfett, das neben dem bekannten LDL-Cholesterin als wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gilt. Hohe Lp(a)-Werte werden mit einem höheren Risiko für Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall in Verbindung gebracht.
Die Höhe des Lp(a)-Wertes wird überwiegend durch die Gene bestimmt und lässt sich durch Ernährung und Bewegung kaum verändern. Deshalb setzen Forschende grosse Hoffnungen in Medikamente, die gezielt den Lp(a)-Spiegel senken.
Pelacarsen galt dabei als vielversprechender Kandidat. Frühere Studien hatten gezeigt, dass der Wirkstoff Lp(a) sehr deutlich reduzieren kann. Die aktuelle Phase-3-Studie liefert nun jedoch einen wichtigen Hinweis: Ein niedrigerer Lp(a)-Wert bedeutet offenbar nicht automatisch, dass Menschen dadurch weniger Herzinfarkte oder Schlaganfälle bekommen.
Für Novartis ist das Ergebnis ein herber Rückschlag. Gleichzeitig sind weitere Studien zu Therapien gegen erhöhtes Lp(a) noch am Laufen.