Ich habe wieder Vertrauen in mein Herz

Medikamente, Elektroschocks und zwei Ablationen brachten auf die Dauer nichts. Erst eine Zweitmeinung und ein neues Ablationsverfahren ­machten Karin Scheid gesund.

VHF Karin Scheid 4278
Die Zeit des Vorhofflimmerns ist vorbei. Jetzt kann Karin Scheid nicht nur wieder ausgiebig Sport treiben, sondern auch die Pausen in Ruhe geniessen.

Es störte beim Velofahren, beim Wandern und beim Spielen mit den Kindern. Selbst dann, wenn sie ruhig auf dem Sofa sass, begann ihr Herz manchmal völlig unvermittelt zu rasen und bis in den Hals hinauf zu pochen. Zum Schluss traute sie sich kaum noch Auto zu fahren. «Es gab Tage, da ging ich mit Herzrasen zu Bett und erwachte am nächsten Morgen wieder damit», sagt Karin Scheid, 45, aus Meggen LU. «Es ist ein sehr unangenehmes Gefühl. Die Haut wird kaltschweissig, und man ist in seiner körperlichen Leistung eingeschränkt. Von aussen sah man mir nichts an, doch meine Familie musste viel Geduld aufbringen, weil ich oft einige Ruheminuten brauchte», sagt die gelernte Pflegefachfrau.

Zwei bis drei Attacken pro Tag

Beim Tanzen hatte sie es zum ersten Mal. «Ich war erst 21, als mein Puls auf einmal rasant nach oben schoss. Damals dachte ich mir nicht viel dabei, weil der Spuk nach wenigen Minuten vorbei war.» Neun Jahre später die zweite Episode. «Ich war schwanger und sass ruhig auf dem Sofa, als mein Herz wieder zu rasen begann. Ich ging in die Frauenklinik, weil ich Angst um mein Baby hatte. Als ich dort ankam, war die Episode schon vorbei, und man schob es auf die Hitze und die Schwangerschaft. Als gelernte Pflegefachfrau dachte ich aber an Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern, gab keine Ruhe und initiierte weitere Abklärungen. Das Dreitages-EKG zeichnete zwei bis drei Attacken pro Tag auf. Ich lag richtig. Das Herz sei gesund, aber die Steuerung gerate ausser Takt. Man verschrieb mir Betablocker, die ich bei Bedarf nehmen solle.»

Weil die Attacken nicht nachliessen, schlug man Karin Scheid eine Herzablation vor. Bei diesem Verfahren verödet man jene Punkte, die die fehlerhaften Reize auslösen. «Der Erfolg war bescheiden. Schon nach zwei Monaten kamen die Anfälle im alten Rhythmus zurück. Ich bekam neue Medikamente, Antiarrhythmika und nahm Betablocker, bis der Blutdruck absackte. Auch eine weitere Ablation, Elektro-Konversionen und medikamentöse Versuche, das Herz wieder in den normalen Takt zu bringen, zeigten keinen langanhaltenden Erfolg.»

Ein neues Leben

Eine dritte Ablation lehnte Karin Scheid ab, machte sich stattdessen auf die Suche nach einer Alternative. «Da stiess ich im Internet auf ein neues Ablationsverfahren von Prof. Dr. Sacha Salzberg und meldete mich bei ihm an.»

Er stellte ihr die thorakoskopische Ablation vor, bei der der Zugang nicht über die Leiste, sondern über die Lunge erfolgt. Statt der Verödung eines einzelnen Nervs wird ein Areal rund um den Vorhof behandelt. «Ich setzte meine ganze Hoffnung in diesen Eingriff und wurde belohnt. Die Attacken sind seither komplett weg, die Medikamente auch. Am Anfang hatte ich noch Angst, dass es irgendwann wieder losgeht. Ich traute mich zu Beginn auch nicht recht Sport zu treiben, doch Prof. Salzberg ermunterte und beruhigte mich. Schon nach zwei Wochen begann ich mit Physiotherapie und Training. Mittlerweile kann ich meinen Körper wieder problemlos belasten und mit meiner Familie biken gehen. Das Vertrauen in mein Herz ist zurück. Ich bin so glücklich, denn ich habe ein neues Leben bekommen.»

Weitere Informationen

Als weltweit anerkannter Herzchirurg hat sich Prof. Dr. med. Sacha P. Salzberg auf minimal-invasive Herzchirurgie, insbesondere die Ablation bei Vorhofflimmern, spezialisiert. Zusammen mit seinem Team hat er Pionier­arbeit geleistet und das minimal-invasive Ablationsverfahren in der Schweiz klinisch eingeführt. Er hat das Herz & Rhythmus Zentrum AG in Zürich gegründet und Swiss Ablation®, eine neue ambulante Herzklinik rund um Herzrhythmusstörungen, ins Leben gerufen.

Herz & Rhythmus Zentrum AG
Praxis im Puls 5
Giessereistrasse 18, 8005 Zürich
Telefon +41 44 999 18 88
www.swiss-ablation.com
[email protected]

Keine Medikamente mehr

VHF Sacha P Salzberg
Herzchirurg Prof. Dr. med. Sacha P. Salzberg in Zürich konnte Karin Scheid wirklich helfen.

Was haben Sie bei Karin Scheid gemacht?

Wir haben eine chirurgische Ablation gemacht. Auf der Herzoberfläche kreiert man dabei mit speziellen Instrumenten und Energie eine Narbe. Diese Narbe unterbricht jene Fehlzündungen, die das Herz bisher in ein Vorhofflimmern versetzt haben. Zusätzlich konnten wir das Herzohr mit einem Clip verschlies­sen, so dass Karin Scheid keinen Blutverdünner braucht.

Was ist das Spezielle an diesem Verfahren?

Auf der Herzoberfläche können wir mit viel mehr Energie arbeiten als beim Zugang über die Leiste. Die Narbe ist dadurch nachhaltiger. Und wir haben auch einige Nervenbündel auf der Herzoberfläche verödet, die störende Impulse auslösen können. Der Verschluss des Herzohrs mit einem Clip geht ebenfalls nur mit dieser direkten Variante.

Kommt die chirurgische Ablation für jeden Patienten mit Herzrhythmusstörungen in Frage?

Jeder, der entweder schon lange Vorhofflimmern hat, bei dem die herkömmlichen Ablationen nicht geholfen haben, der für eine herkömmliche Ablation nicht in Frage kommt oder der keinen Blutverdünner einnehmen kann bzw. will, profitiert von dieser minimal-invasiven Methode.

Wie lange wirkt sie?

Das ist unterschiedlich. Bei Karin Scheid hält sie schon mehrere Jahre. Viele unserer Patienten sehe ich nie wieder – nur gelegentlich müssen wir eine zusätzliche Ablation über die Leiste machen, dann sprechen wir von einer Hybridablation.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 01.09.2022.

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