Ich kann wieder Äpfel schälen

Staubsaugen ging nur mit Mühe, Schraubgläser öffnen gar nicht mehr. Putzlumpen auswringen: Fehlanzeige. Für Christina Hotz, 64, aus Adliswil ZH wurde Hausarbeit zum Albtraum. Jede Bewegung, bei der die Hände ins Spiel kamen, tat weh. Auch Hosen hochziehen, Reissverschlüsse schliessen, Schuhe binden. Die beiden Daumensattelgelenke an den Händen wollten nicht mehr so, wie es Christina Hotz gewohnt war. Auch ihre Arbeit im Kinderhort fiel ihr immer schwerer.

«Ich habe Arthrose in beiden Händen und im linken Fuss. Die Schmerzen kamen schleichend. Ich ertrug sie, doch vor fünf Jahren waren sie so schlimm, dass ich zum Arzt musste. Ich sprach direkt meinen Rheumatologen an und schilderte ihm mein Leiden. Er warf per Ultraschall einen Blick auf meine Hände und erkannte die entzündeten Gelenke, die unter Belastung besonders schmerzten.» Drei Dinge bekam Christina Hotz verschrieben: Schienen zur Stabilisierung der Daumensattelgelenke, eine Arnika-Salbe zur kurzfristigen und ein Medikament mit Chondroitinsulfat zur langfristigen Schmerzlinderung.

Schmerzfrei im Alltag

«Ich rieb die Arnika-Salbe regelmäs­sig ein, nahm jeden Tag das Medikament und trug die Schienen. Zuerst nur in der Nacht mit einem Schmerzpflaster drunter, danach auch am Tag, damit die Gelenke geschont werden. Die Schmerzen wurden weniger und verschwanden schliesslich komplett.»

Christina Hotz ist seit Längerem beschwerdefrei. «Ich nehme nur noch Chondroitinsulfat und Salbe unregelmässig. Ich kann sogar wieder Schraubgläser öffnen, war als Begleitung in zwei Klassenlagern und half dort in der Küche. Ich trug Teller, schälte Äpfel und schnitt in einer Woche 20 Kilo Brot. Alles von Hand und alles komplett schmerzfrei. Auch mein Fuss hat sich erholt dank Arnika, Einlage und Chon­droitinsulfat.»

Etwas betont die Zürcherin. «Für den Fall, dass die Schmerzen eines Tages doch wieder zurückkommen sollten, empfiehlt mir Dr. Toniolo zusätzlich eine Injektion mit Hyaluronsäure. Dank diesem Rettungsanker fühle ich mich sicher und bestens aufgehoben.»

So wird Arthrose heute behandelt

Eine moderne Arthrosebehandlung besteht aus mehreren Elementen. «Arthrose ist keine harmlose Krankheit. An den Anfang gehört die Aufklärung der Patientinnen und Patien­ten», sagt Dr. med. Martin Toniolo vom Zentrum für Rheuma- und Knochenerkrankungen in Zürich. «Nur, wer Bescheid weiss, wird ein Verständnis für die verordneten Massnahmen entwickeln und sie auch umsetzen. Bei Fingergelenkarthrose­ spielt Vererbung eine grosse Rolle.­ Trotz Schmerzen ist regelmässige Bewegung wichtig. Tastaturschreiben, Klavierspielen oder gezielte Fingergymnastik zum Beispiel, um die Beweglichkeit zu erhalten. Daneben empfehle ich Schmerzmittel, Spritzen ins Gelenk, Physiotherapie und die Einnahme von Medikamenten mit dem Wirkstoff Chondroitinsulfat.»