Jede zehnte Person hat eine Nierenkrankheit

Medically 3D illustration showing right kidney, x-ray style, cross section Bild: AdobeStock, Urheber: Axel Kock

Die Nieren sind lebenswichtige Blutreiniger

Unsere Nieren filtern täglich enorme Mengen Blut und arbeiten rund um die Uhr – ohne Pause. Sie entfernen Abfall- und Giftstoffe und halten damit den Körper im Gleichgewicht. Auch Wasser und Mineralstoffe werden präzise reguliert, sodass der Organismus optimal funktioniert.

Eine beeindruckende Filter­leistung

Im Laufe des Lebens reinigen die Nieren rund 45 Millionen Liter Blut, und täglich entstehen 1 bis 2 Liter Urin. Jede Niere enthält etwa eine Million winzige Filterstationen, sogenannte Nephrone, die Schadstoffe herausfiltern und Wertvolles zurückhalten. Diese konstante Arbeit läuft 24 Stunden am Tag – ein stiller Hochleistungsbetrieb.

Die Nieren regulieren den ­Wasserhaushalt

Ob heisser Sommertag oder ein Glas Wasser zu wenig, die Nieren entscheiden, wie viel Flüssigkeit im Körper bleiben soll. Sie sorgen dafür, dass weder ein Mangel noch ein Überschuss entsteht. Dadurch bleibt auch der Blutdruck stabil und der Stoffwechsel in der Balance.

Sie steuern den Salz- und ­Mineralstoffhaushalt

Nieren sortieren, welche Salze und Mineralien ausgeschieden oder zurückgehalten werden. Zu viel Salz belastet die Nieren und treibt den Blutdruck in die Höhe, weshalb eine salzarme Ernährung empfohlen wird. Das richtige Gleichgewicht ist entscheidend für Herz, Muskeln und Blutdruck.

Die Nieren beeinflussen den Blutdruck

Als «Blutdruckpolizei» messen die Nieren den Flüssigkeits- und Salzgehalt des Blutes. Weicht etwas vom Ideal ab, regulieren sie den Blutdruck über fein abgestimmte Mechanismen. Ein dauer­haft hoher Blutdruck kann die Nieren schädigen, und geschädigte Nieren erhöhen wiederum den Blutdruck.

Sie stärken die Knochen durch ­Vitamin-D-Aktivierung

Damit der Körper Kalzium und Phosphat aufnehmen kann, brauchen wir aktives Vitamin D, und dieses wird in den Nieren bereitgestellt. Funktioniert das nicht mehr ausreichend, werden Knochen schwach und brüchig. Eine gute Nierenfunktion schützt also direkt die Knochengesundheit.

Die Nieren sind Chefinnen der Blutfabrik

Die Bildung roter Blutkörperchen hängt entscheidend vom Nierenhormon Erythropoetin (EPO) ab. Wenn die Nieren erkranken, produzieren sie zu wenig EPO, was zu Müdigkeit und Blutarmut führt. In solchen Fällen muss EPO von aussen zugeführt werden.

Nierenerkrankungen bleiben ­lange unbemerkt

Etwa jede zehnte Person in der Schweiz hat eine Nierenkrankheit, doch rund 90 % wissen nichts davon. Beschwerden fehlen oft, weshalb viele Erkrankungen erst spät entdeckt werden. Eine Früherkennung ist daher zentral, denn je früher behandelt wird, desto besser lässt sich das Fortschreiten bremsen.

Wie man die Nierenfunktion ­überprüft

Hausärztinnen und Hausärzte messen die Nierenfunktion mit zwei einfachen Tests: dem Kreatinin-Wert im Blut und dem Albumin-Wert im Urin. Beide zeigen an, wie gut die Nephrone arbeiten. Bei Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck werden häufigere Kon­trollen empfohlen.

Was den Nieren guttut und was nicht

Ein nierenfreundlicher Lebensstil umfasst ausreichend Trinken, salzarme Ernährung, regelmässige Bewegung und ein Rauchstopp. Auch eine gesunde Ernährung nach mediterranen Prinzipien kann die Nieren entlasten. Wer Risikofaktoren gut kontrolliert, schützt seine Nieren nachhaltig.

Prof. Dr. med. Olivier Bonny
Klinikchefarzt Nephrologie Freiburger Spital
Präsident der Schweizerischen Nierenstiftung

Weitere Informationen

Mehr Informationen und nützliche Empfehlungen inklusive Rezepte finden Sie unter: www.nierenstiftung.ch/new/ernaehrung/

Nieren-Fact-Sheet zum Runterladen

Eine anschauliche Infografik über die chronische Nierenerkrankung, ­ihre Auswirkungen auf den Körper ­sowie die frühzeitige Erkennung zum Herunterladen