Jetzt Masken tragen – aber bitte richtig!

Ab Montag gilt im gesamten öffentlichen Verkehr schweizweit eine Maskenpflicht. Hat sie keinen Erfolg, droht ein zweiter Lockdown.

Maskenpflicht Bild AdobeStock Urheber rcfotostock
Bild: AdobeStock, Urheber: rcfotostock

Übermut tut selten gut. Die Ansteckungszahlen steigen wieder beängstigend. Ein exponentielles Wachstum droht. Deshalb zog der Bundesrat die Notbremse und erliess im ganzen Land eine generelle Maskentragepflicht im öffentlichen Verkehr. Lange hiess es von offizieller Seite, Masken hätten nur einen sehr begrenzten Wert und würden höchstens das Gegenüber schützen. Das stimmt nicht, wie neue Studien zeigen. Schutzmasken können die Übertragungsraten in der Öffentlichkeit um bis zu 80 Prozent senken und schützen auch den Maskenträger selbst.

Lässigkeit ist fehl am Platz

Das gilt aber nur, wenn man sie korrekt trägt. Oft sitzt sie zu locker oder schief. Vielfach ist der Nasenbügel nicht richtig angepasst. Oder die Maske ist nicht vollständig entfaltet und bedeckt nicht einmal die Nase oder das ganze Kinn. Andere haben sie lässig über das Kinn geschoben, wenn sie mal eine Pause brauchen. Oder tragen sie nur um den Hals. Man sieht Frauen, die ihre Haare nicht zusammengebunden haben, oder Männer mit einem ungestutzten Bart.

Hände weg vom Gesicht

Viele Träger fassen sich immer wieder ins Gesicht, um zu prüfen, ob die Maske richtig sitzt. Andere schieben ihre Maske zwischenzeitlich unters Kinn und ziehen sie in einer vermeintlichen Gefahrensituation wieder vors Gesicht. Dabei greifen sie genau dorthin, wo es gefährlich wird, nämlich an die Schleimhäute, und erhöhen so das Risiko, sich das Coronavirus über eine Kontaktinfektion einzufangen.

Vom Nasenrücken bis unter das Kinn

Eine Gesichtsmaske muss vom Nasenrücken bis unter das Kinn reichen und sowohl die Nase als auch den Mund komplett bedecken. Sie muss straff am Gesicht anliegen. An den Seiten dürfen keine Lücken entstehen. Hat die Maske am Nasenrücken einen Draht, muss dieser durch leichtes Biegen an die Nase angepasst werden. Je enger der Bügel anliegt, desto weniger Luft kondensiert bei Ausatmen auf den Brillengläsern.

An den Bändern über die Ohren ziehen

Beim An- oder Abziehen und während des Tragens sowieso sollte man unbedingt vermeiden, die Maske an der Vorderseite anzufassen. Beim Abnehmen kurz den Atem anhalten, da sich auf der Maskenoberfläche Viren befinden können. Besser nur an den Bändern über die Ohren ziehen. Sobald die Maske durchfeuchtet ist, muss sie gewechselt werden. Sonst schützt man sich nicht, sondern verschlimmert das Problem nur noch. Vor und nach dem Anziehen und Tragen der Maske muss man die Hände gründlich mit Seife waschen.

Kein Ersatz für Abstand und Hygiene

Das grösste Risiko beim Tragen von Masken ist ein falsches Sicherheitsgefühl. Masken ersetzen niemals die Abstandsregeln und die Händehygiene. Nur konsequentes Abstandhalten und gute Hygiene verhindern, dass man sich mit dem Coronavirus ansteckt. Kommt dazu, dass Masken eine Ansteckung über die Augen nicht verhindern können. Sie sind ein unterschätztes Einfallstor. Die Tränenkanäle spülen das Virus direkt in den Nasen-Rachenraum.

Selbstgenähte Masken ungeeignet

Im Alltag sollte man sich stets so verhalten, als ob man keine Maske tragen würde. Und die Maske ist so zu behandeln, als ob sie mit Viren verunreinigt wäre. Berührungen im Gesicht und an der Maske vermeiden. Trotz Maske immer in die Armbeuge husten und niesen.

Selbstgenähte Masken werden nicht empfohlen. Auch mit einem Schal oder Tuch wird die Maskenpflicht nicht erfüllt. Es muss eine Hygienemaske oder eine industriell gefertigte Textilmaske getragen werden.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 02.07.2020.

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