Kehrtwende in der Behandlung von Parkinson

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Die Behandlung des Morbus Parkinson beschränkte sich bislang auf symptomatische Therapien, insbesondere den Ersatz des Dopamins oder die Modulation entsprechender Signalwege. Obwohl diese Medikamente die motorischen Symptome wirksam lindern, können sie den neurodegenerativen Krankheitsprozess nicht aufhalten. Mit dem Antikörper Prasinezumab zeichnet sich nun erstmals eine krankheitsmodifizierende Therapie ab.

Prasinezumab ist ein humanisierter monoklonaler IgG1-Antikörper, der selektiv an aggregiertes α-Synuclein bindet. Dieses fehlgefaltete Protein gilt als zentraler Faktor der Parkinson-Erkrankung. Durch die Bindung an extrazelluläre α-Synuclein-Aggregate soll deren Ausbreitung zwischen Nervenzellen verhindert und damit die fortschreitende Neurodegeneration verlangsamt werden.

Die kürzlich im Fachjournal The Lancet veröffentlichte PADOVA-Studie, eine internationale randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Phase-IIb-Studie, untersuchte die Wirksamkeit von Prasinezumab bei Patientinnen und Patienten mit frühem Morbus Parkinson unter stabiler symptomatischer Therapie. Insgesamt zeigte sich eine Verzögerung der Krankheitsprogression um durchschnittlich 11,4 Wochen gegenüber Placebo. Zwar verfehlte das Gesamtergebnis knapp die statistische Signifikanz, dennoch lieferten die Daten deutliche Hinweise auf einen biologischen Behandlungseffekt. Besonders ausgeprägt war dieser bei Patientinnen und Patienten, die bereits mit Levodopa behandelt wurden: In dieser vordefinierten Subgruppe verzögerte sich die motorische Verschlechterung signifikant um rund 16 Wochen.

Sollten sich die positiven Ergebnisse in der Phase-III-Studie bestätigen, könnte Prasinezumab die erste zugelassene krankheitsmodifizierende Therapie des Morbus Parkinson werden. Im Gegensatz zu den bisher verfügbaren symptomatischen Medikamenten würde eine solche Behandlung nicht nur Beschwerden lindern, sondern den Krankheitsverlauf selbst verlangsamen. Dies hätte erhebliche klinische Bedeutung, da sich funktionelle Einschränkungen, Verlust der Selbstständigkeit und die Belastung für Betroffene und Gesundheitssystem möglicherweise über Jahre hinauszögern liessen.