Kennen Sie die frühen Anzeichen von Demenz?

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Beobachten Sie bei sich oder einer nahen Person mögliche Warnzeichen, empfiehlt Alzheimer Schweiz sich bei der Hausärztin oder beim Hausarzt zu melden. Eine zeitnahe Abklärung hat viele Vorteile. So kann eine frühzeitige Therapie die Symptome mildern und die Krankheit verlangsamen. Das bedeutet wiederum, dass Sie mit Demenz länger selbstbestimmt leben können. Zudem verstehen Sie und Ihre Angehörigen die Symptome besser, können sich auf die Veränderungen vorbereiten, wichtige Dinge noch selber regeln und für die Zukunft vorsorgen.
Ist es keine Demenz, entpuppen sich die Anzeichen vielleicht als Symptome für eventuell heilbare Erkrankungen, wie etwa Burnout, Depression, ein Schädel-Hirn-Trauma oder eine Stoffwechselkrankheit. Beispielsweise sind Demenz und Depression im Anfangsstadium schwer zu unterscheiden: Beide Erkrankungen stören das Gedächtnis, vermindern den Antrieb und die Entscheidungsfähigkeit und führen zu Fehlwahrnehmungen und oft zu sozialem Rückzug, so Alzheimer Schweiz.

Wenn Sie letzte Woche wiederholt nach der verlegten Brille gesucht oder an einem sonst geläufigen Namen herumstudiert haben, bedeutet das nicht unbedingt, dass Sie Demenz haben. Vergesslichkeit ist zwar eines der bekanntesten Anzeichen von Demenz, tritt aber nicht vereinzelt und meist auch nicht als alleiniges Anzeichen auf.

Das sind frühe Anzeichen von Demenz:

  • Sie haben Mühe, sich neue Informationen oder Namen zu merken. Sie vergessen Verabredungen.
  • Sie finden oft mitten im Satz das richtige Wort nicht. Sie verwechseln Begriffe, erfinden Wörter oder sprechen Sätze nicht zu Ende.
  • Es wird schwieriger, Sie zu verstehen, und Sie haben Ihrerseits zusehends Mühe, einem Gespräch zu folgen.
  • An den Inhalt eines Gesprächs können Sie sich schon nach kurzer Zeit nicht mehr erinnern. Ereignisse, die länger zurückliegen, sind Ihnen dagegen noch präsent.
  • Beim Lesen müssen Sie Abschnitte mehrmals wiederholen, um sie zu verstehen, und Sie können sich nicht mehr so gut konzentrieren.
  • Sie finden sich in einer an und für sich vertrauten Umgebung nicht mehr zurecht, zum Beispiel in Ihrer Wohnung oder im Einkaufsladen.
  • Sie finden sich an einem Ort oder in einem Zimmer wieder und haben vergessen, was Sie dort eigentlich tun wollten.
  • Sie wissen nicht mehr, ob Sie schon gegessen haben.
  • Sie erkennen vertraute Personen nicht mehr oder verwechseln sie.
  • Sie gehen falsch mit Gegenständen um. Sie nehmen beispielsweise eine Zahnbürste, um sich die Haare zu kämmen.
  • Sie reagieren gereizt, ängstlich oder misstrauisch. Sie verhalten sich plötzlich unpassend.
  • Sie haben zunehmend Schwierigkeiten bei gewohnten Tätigkeiten wie dem Bedienen der Kaffeemaschine oder dem Binden der Schuhe.
  • Es fällt Ihnen schwer, ein Essen zuzubereiten, das mehrere einzelne Schritte erfordert.
  • Sie ziehen sich mehr und mehr aus dem sozialen Leben zurück und lassen sich kaum noch motivieren, etwas zu unternehmen. Hobbys pflegen Sie nicht mehr.
  • Sie leiden zunehmend an Stimmungsschwankungen. Sie sind schusseliger und nachlässiger geworden.

Verpasste Jahre

Bis eine Demenz diagnostiziert wird, dauert es in den meisten Fällen immer noch zu lang. Das zeigt unsere Umfrage mit 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Eine grosse Erhebung unter unseren Leserinnen und Lesern offenbart Erstaunliches. Erwartungsgemäss machten vor allem Angehörige an der Umfrage mit, nämlich 85 Prozent. Als häufigstes Symptom wurden Gedächtnislücken genannt. In jedem vierten Fall wurden diese als erstes bemerkt. Danach folgten Verlegen von Gegenständen, Veränderungen der Persönlichkeit, Stimmungsschwankungen ohne erkennbaren Grund, Verlust der Eigeninitiative und Rückzug aus dem sozialen Leben, Probleme mit gewohnten Tätigkeiten, Schwierigkeiten beim Planen und Problemlösen sowie Schwierigkeiten bei der räumlichen und zeitlichen Orientierung.

Erste Anlaufstelle für Rat bei Fragen zu Alzheimer und Demenz ist mit Abstand der Hausarzt. Oft genannt wurden auch die Familie, Bekannte und Freunde sowie das Internet. Meistens verstrichen vom ersten Auftreten der Symptome bis zur Diagnose ein bis zwei Jahre oder sogar noch mehr. Für einen Drittel der Befragten war das entschieden zu lang. Wichtig ist den Umfrageteilnehmern Vorbeugung: regelmässige Bewegung, gesunder Lebensstil, stabile soziale Kontakte, Gedächtnistraining.