Krafttraining ist gegen Kniebeschwerden wirkungslos

Muskelaufbau allein vermag bei Kniearthrose weder das Gelenk zu entlasten noch das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt eine grosse klinische Studie.

Kniearthrose Bild AdobeStock Urheber mihacreative
Bild: AdobeStock, Urheber: mihacreative

Wer unter Kniearthrose leidet, dem wird regelmässiges Krafttraining eingebläut. Jetzt zeigt eine sorgfältig angelegte Studie, dass selbst ein intensiver Muskelaufbau nutzlos ist. Zu den Übungen gehörten Beinbeugung, Beinstreckung und Beinpresse, sitzendes Wadenheben, Hüft­abduk­tion und Hüftadduktion. Hinzu kamen noch vier Übungen für den Oberkörper.

Selbst bei den Patienten mit dem intensivsten Training gingen die Schmerzen im Verlaufe von 18 Monaten nicht mehr zurück als in der Kontrollgruppe ohne körperliches Training. Bei den Kompressionskräften auf das Knie beim Laufen kam es sogar zu einer Verschlechterung. Dabei war das intensive Muskeltraining nicht ohne Wirkung geblieben. Die Kraft bei der Kniebeugung stieg erheblich.

Krafttraining flop, Gewichtsreduktion top

Ein günstiger Einfluss auf das Fortschreiten der Gonarthrose war nicht erkennbar. Der Gelenkspalt nahm in allen Studiengruppen während der 18 Monate weiter ab. Auch bei den Entzündungsmarkern zeigte sich kein Unterschied.

Physiotherapie und Krafttraining alleine sind bei Gonarthrose nahezu wirkungslos. Um diese ernüchternde Schlussfolgerung kommt man nicht herum. Ganz anders sieht das für die Reduktion von allfälligem Übergewicht aus. Hier weiss man aus früheren Studien, dass jedes Kilo weniger sowohl die Schmerzen verringert als auch die Entzündung bekämpft.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 03.06.2021.

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