200 000 Kilometer läuft ein Mensch durchschnittlich in seinem Leben. So lange braucht man, um fünfmal die Erde zu umrunden. Eine unglaubliche Leistung, und trotzdem schenken wir unseren Füssen ziemlich wenig Beachtung. Bis sie wehtun. «Bei Schmerzen, die länger andauern als einen Monat, sollte man zu einem Arzt», sagt Prof. Dr. Dr. med. Arno Frigg, vom FussZentrum Hirslanden. Und weil der Fuss so komplex ist wie unser Rücken, braucht es für eine richtige Diagnose Spezialisten. «Ich und meine Praxis-Kollegen und Kolleginnen sehen viele Fälle, die verschleppt oder nicht richtig behandelt wurden», sagt er.
Waldboden ist wie Wellness für die Füsse
Die Beschwerden sind vielfältig. Kein Wunder, ein Fuss besteht aus 28 Knochen, 32 Gelenken, 31 Muskelgruppen sowie 107 Sehnen und Bändern. Dabei hat er nur drei Auflagepunkte, dazwischen ist der Fuss gewölbt. Bei den allermeisten Menschen senken sich diese Wölbungen mit dem Alter ab, bei vielen entsteht ein Plattfuss. «Die richtigen Schuhe können den Fuss unterstützen und Überlastungsschäden vermeiden. Wichtig ist, dass die Sohle dämpft, eher steif ist und vorne bei den Zehen eine Abrollrampe vorhanden ist», erklärt Prof. Arno Frigg. «Barfusslaufen wird total überschätzt. Der harte Stein- oder Parkettboden schadet den Füssen. Ohne Dämpfung und Halt knicken sie nach innen, werden auseinandergedehnt und es kommt zu Überlastungsschäden.» Eine Ausnahme sei es allerdings, wenn man auf weichem Boden wie im Wald oder am Sandstrand laufe. Dann immer bewusst die Füsse dabei aufrichten.
Dank modernster Technologie wird der Schmerz sichtbar
Rund 80 Prozent der Menschen in der Schweiz haben im Laufe ihres Lebens Fussschmerzen. Die Beschwerden reichen von Druckstellen bis zu Fehlstellungen oder Verformungen. Oft verschwindet ein akuter Schmerz wieder. Falls nicht, braucht es eine Diagnose. «Oft reicht es, wenn ich dem Patienten zuhöre und ihn auch ausreden lasse. Dazu kommen Röntgenbilder im Stehen, welche die Geometrie des Fusses unter Belastung der Schwerkraft zeigen. Und weil der Fuss aus so vielen Teilen besteht, braucht es manchmal noch ein MRI oder Spect, wo man die Strukturen, wie in Scheiben geschnitten, einzeln sehen kann. Toll ist vor allem das SPECT, weil man damit wie den Schmerz sichtbar machen kann.»
In den allermeisten Fällen behandelt man zuerst mit konservativen Therapien. Darunter versteht man alle Methoden, die keinen chirurgischen Eingriff benötigen. Also Physiotherapie, Fussgymnastik, bequeme Schuhe, Einlagen oder entzündungshemmende Medikamente und Anti-Aging mit Chondroprotketiva für den Knorpel und die Sehnen. Einlagen werden nicht von der Grundversicherung übernommen und kosten zwischen 400 bis 600 Franken. «Bei der Physiotherapie ist es wichtig, dass man die Übungen täglich macht. Es braucht nicht viel und kann wirklich helfen, die Schmerzen loszuwerden», sagt Prof. Arno Frigg.
Die Stosswellen-Therapie hilft beim Fersensporn
Bei chronischen Beschwerden arbeitet man in der Praxis Fusschirurgie Zürich auch mit Stosswellentherapie oder Eigenblutspritzen. Beides kann bei Fersensporn und Achillessehnen-Problemen helfen. Die Stosswelle kommt ohne Spritze aus und wird daher von den Patienten klar bevorzugt. Bei Arthrose können auch Knorpelsubstanzen oder Eigenblut ins betroffene Gelenk gespritzt werden.
Die letzte Massnahme ist immer eine Operation. Bei einem schmerzhaften Hallux bleibt einem leider keine andere Möglichkeit. Denn dieser bildet sich nicht zurück. Prof. Frigg versteht die Angst, dass die Beschwerden nach dem Eingriff zunehmen könnten. «Leider stimmt das sogar zu einem Teil. Gerade beim Hallux entwickeln Patienten nach einem Eingriff in vier bis zehn Prozent ein chronisches Schmerzsyndrom.» Der Arzt macht aber auch Hoffnung. Denn je schwächer der Anfangsschmerz nach der Operation ist, desto kleiner ist das Risiko. «Deshalb operiere ich einen Hallux nie an beiden Füssen gleichzeitig. Eine beidseitige Operation klingt zwar effizient, birgt aber erhebliche Risiken. Und Menschen sind schliesslich keine Autos, bei denen man schnell auf Garantie ein kaputtes Teil austauscht. Wenn ein Eingriff schiefgeht, kann das ein Leben erheblich beeinträchtigen.»
Übergewicht schadet auch den Füssen
Gerade bei Hallux-Operationen schaut Prof. Frigg, dass der Schnitt so klein wie möglich ist, arbeitet aber nur zum Teil minimalinvasiv. «Sonst wäre es mir einfach zu ungenau. Ich bin Wissenschaftler, kein Verkäufer. Studien haben gezeigt, dass die minimalinvasive Halluxoperation keinen Vorteil bringt und ungenauer ist. Unser Hautschnitt liegt bei vier bis sechs Zentimeter, bei anderen Kliniken misst er zwölf. Bei der minimalinvasien Methode liegt er bei zwei bis vier Zentimeter», sagt. Prof. Frigg.
Bei einem Plattfuss klagen viele Patienten über einen Schmerz an der Fussinnenwölbung. Wenn Einlagen und andere konservative Massnahmen nichts bringen, kann auch in diesem Fall operiert werden. Dabei unterscheidet man zwei Arten. Bei der gelenkerhaltenden Operation korrigiert man zum Beispiel mittels Knochentrennung und Verschiebung die Fersenstellung. Ziel ist es, den Fuss wieder aufzurichten, ohne ihn zu versteifen. Das macht man mit der zweiten Methode bei fortgeschrittenem Plattfuss. «Dabei werden ein oder mehrere Gelenke versteift und so die Fehlstellung korrigiert.»
Auch lockere Bänder, die Achillessehne, Knorpelschäden und Arthrose und viele weitere Bereiche können operiert werden. Damit es nicht so weit kommt, sollte man seinen Füssen mehr Beachtung schenken. Zum Beispiel Schuhe wählen, die passen und nicht einengen, den Fuss mit Übungen stärken und ganz wichtig: Übergewicht vermeiden und sich genügend bewegen.
Hallux
Symptome
Schiefe Grosszehe, Schmerzen beim Gehen und in Schuhen, eingeschränkte Schuhauswahl.
Behandlung
Konservativ: breite Schuhe, Einlagen.
Operativ: Korrektur der Fehlstellung bei starken Beschwerden, unterschiedliche OP-Techniken.
Fersensporn
Symptome
Stechender Fersenschmerz, vor allem morgens oder nach Ruhe.
Behandlung
Konservativ: Einlagen, Dehnübungen, Physiotherapie, evtl. Stosswellentherapie. Operativ: Nur bei schweren, therapieresistenten Fällen. Ziel ist es, die Ursache zu beseitigen.
Achillessehnen-Riss
Symptome
Schmerzen, Schwellung, Verhärtung über der Ferse, oft bei Belastung.
Behandlung
Konservativ: Ruhigstellung, Physiotherapie, Schmerzmittel.
Operativ: Riss wird genäht, Sehnengewebe entfernt oder die Sehne wird verstärkt.
Die Spezialisten und Spezialistinnen

www.fusschirurgie-zuerich.ch

www.hirslanden.ch/fusszentrum

www.fusschirurgie-zuerich.ch

www.etzelclinic.ch
Seit über 10 Jahren bietet das FussZentrum Hirslanden Zürich die Abklärung und Behandlung von Erkrankungen, Verletzungen und Verletzungsfolgen am Unterschenkel, Sprunggelenk und Fuss. Dabei finden die Sprechstunden an den selbstständigen Praxis-Standorten der Fuss-Spezialisten statt. Die Operationen werden an der Klinik Hirslanden und an der Hirslanden Klinik Im Park in Zürich durchgeführt.