Mehr Tageslicht, weniger Heisshunger?

blue sky with sun Bild: AdobeStock, Urheber: Guenter Albers

Im Sommer verschiebt sich bei vielen Menschen nicht nur der Tagesablauf, sondern auch das Hungergefühl. Manche essen weniger, andere haben seltener Lust auf Snacks. Neben der Hitze spielen auch hormonelle Prozesse eine Rolle. Diese sind eng mit Licht und dem Schlaf-Wach-Rhythmus verbunden.

Das Tageslicht hilft dem Körper, die innere Uhr zu steuern. Helligkeit am Morgen beeinflusst die Ausschüttung von Melatonin, also jenem Hormon, das den Schlaf reguliert. Gerät dieser Rhythmus durcheinander, kann das Auswirkungen auf Hunger und Sättigung haben. Forschende sprechen hier von einer sogenannten zirkadianen Fehlsteuerung.

Schlafmangel macht dick

Besonders gut untersucht ist der Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Heisshunger. Eine Studie der University of Chicago zeigte bereits 2004, dass Menschen mit wenig Schlaf niedrigere Leptin-Werte und höhere Ghrelin-Werte hatten. Leptin signalisiert Sättigung, Ghrelin steigert den Hunger. Gleichzeitig berichteten die Teilnehmenden über deutlich mehr Appetit. 

Eine weitere Studie fand heraus, dass bereits eine einzige Nacht mit zu wenig Schlaf den Ghrelin-Spiegel erhöht und das Hungergefühl verstärkt. Auch die Uhrzeit scheint einen Einfluss zu haben. Forschende der Harvard Medical School beobachteten, dass spätes Essen stärker mit Körperfett und höherer Kalorienaufnahme zusammenhängt als frühe Mahlzeiten. 

Fazit

Sonne macht nicht automatisch schlank. Doch regelmässiges Tageslicht, besonders am Morgen, kann helfen, den Schlaf zu stabilisieren. Und guter Schlaf wiederum ist ein wichtiger Faktor, um Heisshunger und unkontrolliertes Essen zu reduzieren.