Meine 5 besten Tipps zur mentalen Gesundheit in der Coronavirus-Pandemie

Die Viruskrise ist ein Stress-Test für uns alle. Prof. Dr. med. Gregor Hasler, Ordinarius für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Freiburg und einer der bekanntesten Depressions-Forscher der Schweiz, sagt, wie man das psychisch am besten übersteht.

Prof. Hasler Resilienz
Prof. Gregor Hasler, Ordinarius für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Freiburg

Die gesundheitlichen und ökonomischen Folgen der Coronavirus-Pandemie sind ungewiss. Deshalb ist es verständlich, dass viele Menschen Angst haben und der Stress-Level zunimmt. Eine anhaltende Stressreaktion kann zu psychischen und körperlichen Krankheiten führen. Es ist deshalb wichtig, seine psychische Fitness und Resilienz zu stärken. Folgende Massnahmen können dazu beitragen:

1. Informationsfluss steuern

Die Coronavirus-Pandemie dominiert die Medien und den Austausch im Beruf und Privatleben. Die Dauerbeschäftigung mit negativen Informationen untergräbt aber die psychische Widerstandskraft. Nehmen Sie sich bewusst Zeit, über positive Dinge nachzudenken und zu sprechen.

2. Tagesstruktur und regelmässige Aktivitäten

In einer Krise besteht die Gefahr, dass alles chaotisch wird. Dies ist eine wichtige Ursache von Stresskrankheiten. Planen Sie deshalb Ihren Tag mit regelmässigen Aktivitäten. Halten Sie Essenszeiten ein und gehen Sie immer zur gleichen Zeit ins Bett.

3. Neue Dinge ausprobieren

Hausarrest ist Stress, hat aber auch Vorteile. Es ist eine gute Gelegenheit, neue Aktivitäten auszuprobieren und Dinge nachzuholen, die Sie vernachlässigt haben. Hier ein paar Beispiele:

  • Kochen (z.B. neues Rezept ausprobieren)
  • Buch lesen
  • Neue Yoga-, Entspannungs- oder Kraftübung lernen (kann mit Youtube-Videos eingeübt werden)
  • Leben auf dem Balkon
  • Wohnung aufräumen, putzen
  • Fotos sortieren
  • Beschäftigung mit Homeschooling
  • Neue digitale Medien und Tools ausprobieren
  • Musikinstrument lernen oder üben

4. Soziale Beziehungen pflegen

Für viele Menschen bedeutet die Coronavirus-Pandemie soziale Isolation. Sie ist aber auch eine gute Gelegenheit, Beziehungen zu pflegen oder sogar zu reaktivieren. Rufen Sie Bekannte an und fragen Sie diese, wie es ihnen in der Krise geht. Besonders resilienzfördernd ist Altruismus, d.h. anderen zu helfen. Bieten Sie Ihre Hilfe an. Für viele Familien bedeutet die Pandemie eine aufgezwungene Nähe und Enge, die reizbar und aggressiv machen kann. Falls Sie an diesem Nähe-Stress leiden, kann es wichtig sein, vermehrt Zeit allein in der Natur zu verbringen.

5. Stressstörungen erkennen

Anhaltende Freudlosigkeit, Interesseverlust, gedrückte Stimmung, Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten und Selbstzweifel können ein Zeichen dafür sein, eine Stressstörung zu entwickeln. Falls dies der Fall ist, sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, sei es beim Hausarzt, Psychiater oder Psychologen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 09.04.2020.

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