Meine 7 besten Tipps für die Pensionierung

Dem Winter des Lebens entgegen, wo der Blick weiter und die Farben klarer werden. Mit der Hoffnung, immer wieder ein wärmendes Feuer zu haben. Madeleine Baumann beschreibt eindrucksvoll, wie sie den letzten Lebensabschnitt meistern will.

Pensionierung Madeleine Baumann

Gestern wurde ich pensioniert. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt, wahrscheinlich der letzte. Ist das Glas nun halb voll oder halb leer? Für mich ist das Glas halbvoll. Es ist eine Grundeinstellung, die ich schon vor langer Zeit mit mir ausgemacht habe. Klar sind zwei Drittel des Lebens vorbei. Mit der Pensionierung geht es mit Riesenschritten in den Herbst des Lebens. Der Frühling und der Sommer sind vergangen. Ich kann nun ernten, was ich gesät habe, wofür ich sehr dankbar bin. Zudem lebe ich in einem Land, das mir eine Rente ermöglicht, ein gesichertes Grundeinkommen. Wie haben wir es doch gut.

Was ist mir wichtig für den neuen Lebensabschnitt?

Abschied:

Mir ist wichtig, dass ich mich von meiner Berufstätigkeit bewusst verabschiede. Bewusst abschliessen gibt Raum für Neues.

Neuanfang:

Wenn das Alte abgeschlossen ist, kann ich mich auf das Neue einstellen. Aber wie fülle ich die neu gewonnene Zeit? Was wollte ich schon immer einmal machen, das bis jetzt nicht ging aus Zeitmangel? Ich möchte aber auch bewusst leere Zeiten haben. Ich finde es schade, wenn ich Rentner sehe, die in eine Überaktivität geraten, aus lauter Angst vor den leeren Zeiten.

Struktur:

Ich will meinem Tag bewusst eine Struktur geben. Rituale liebe ich sehr. Sie helfen mir, mich im normalen Alltag zurecht zu finden. Dinge, die sich immer wieder wiederholen, geben Sicherheit.  Das alles aber immer ohne Zwang. Ich lasse mich auch gerne einmal vom Kurs abbringen. Überraschungen versüssen das Leben und machen es spannend.

Psyche:

Für mich ist es wichtig, am Morgen zu einer bestimmten Zeit aufzustehen. Ein Morgenspaziergang hilft mir, den Tag in Angriff zu nehmen. Die Zubereitung von meinem Müesli ist mir auch schon zum liebgewordenen Ritual geworden. Ich will auch nichts an meinen zwei Mahlzeiten pro Tag ändern. Nur zwei Mal essen am Tag gibt mir viel Ruhe und Entspannung. Ich habe viel mehr Zeit und Musse, etwas Neues in Angriff zu nehmen. Sei es, eine neue Sprache oder etwas Kreatives zu lernen. Das macht Freude und gibt Selbstvertrauen, was sich wiederum positiv auf die Psyche auswirkt.

Bewegung:

In jeder Beziehung in Bewegung bleiben ist mein Motto. Ich möchte offen sein, Neues kennen zu lernen und mich selber herausfordern, oder mich herausfordern zu lassen. Das Leben hat noch so viele Überraschungen bereit. Ich bin einfach gespannt auf alles Kommende. In allem will ich mir auch immer wieder das Kostbarste herausnehmen, nämlich Zeit haben.

Freundschaften:

Freundschaften sind mir sehr wichtig. Es braucht nicht viele, aber gute. Freundschaften, die schon lange Bestand haben und mich bereichern. Ich will offen sein, auch für neue Begegnungen.

Freude:

Ich will mich bewusst über alles, was ich geschafft und geleistet habe, freuen. Auch wenn es Dinge in meinem Leben gibt, die nicht gelungen sind, werden sie trotzdem wertgeschätzt. Denn gerade sie haben mich zu dem gemacht, was ich heute bin. An den schwierigen Gegebenheiten in meinem Leben konnte ich wachsen und reifen.

Die Pensionierung ist nicht das Ende, sondern einfach eine Wende. Ein Schritt in einen neuen Lebensabschnitt, mit dem Ziel, weiser, geduldiger und gütiger zu werden. Dem Winter des Lebens entgegen, wo der Blick weiter und die Farben klarer werden. Mit der Hoffnung, immer wieder ein wärmendes Feuer zu haben.

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 09.10.2019.

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