Mit Eigenblut gegen Gelenkverschleiss

ader mit fließendem blut Bild: AdobeStock, Urheber: Sebastian-Kaulitzki

Schmerzen im Knie, Sprunggelenk, in der Schulter und im Ellenbogen, Schwellungen und eingeschränkte Beweglichkeit, Funktionsverlust und Instabilität. Da ist die Diagnose Arthrose oder Sehnenentzündungen nicht weit. Allein von Kniearthrose ist jeder Zweite über 60 Jahren betroffen. Aber auch Junge und Sportler leiden daran. Unser Bewegungsapparat ist täglich enormen mechanischen Belastungen ausgesetzt. Hauptursachen für Verletzungen sind dauerhafte Fehl- und Überbelastungen, falsche Bewegungen oder Unfälle, Übergewicht, X- oder O-Beine.

Eigenblut hat regenerative Kräfte

Die sogenannte ACP-Therapie – Auto­loges Conditioniertes Plasma – nutzt die regenerativen Kräfte des eigenen Blutes. Dabei wird den Patientinnen und Patienten Blut aus der Armvene entnommen, aufbereitet und anschliessend in das betroffene Gelenk oder Gewebe gespritzt. Entscheidend für den Therapieerfolg ist dabei nicht nur die Konzentration der Blutplättchen, sondern vor allem deren absolute Anzahl und Zusammensetzung.

Reduziert Knieschmerzen bei Arthrose

Für Dr. Jeannette Petrich Munzinger, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates am Gelenkzentrum Zürich, ist Arthrose ein konstanter entzündlicher Prozess, der Schmerzen verursacht. Sie betreut vor allem Patientinnen und Patienten mit Knieverletzungen. «Nicht jede Kniearthrose muss gleich in einem künstlichen Gelenk enden», sagt sie. «Gerade leichte bis mittelschwere Arthrose lässt sich durch konservative Therapien lindern.» Sie ist eine der ersten in der Schweiz, welche die die ACP-Therapie anwandte.

Hemmt die Entzündung

«Wir setzen bewusst auf ein System, das 15 ml Vollblut verarbeitet und dabei ein hochangereichertes, leukozytenarmes Thrombozytenplasma gewinnt», erklärt Dr. Jeannette Petrich Munzinger. Das Ziel ist eine maximale regenerative Wirkung bei gleichzeitig minimalem Entzündungspotenzial. «Gerade bei Arthrose wollen wir die Entzündung im Gelenk hemmen, denn diese verursacht in vielen Fällen die Schmerzen.

Die Therapie dauert nur Minuten

Die Blutentnahme aus der Armvene erfolgt mit einer speziell entwickelten Doppelspritze. Das Doppelkammersystem gewährleistet die sterile Gewinnung und Injektion und bietet so höchstmögliche Sicherheit vor einer Infektion. Fünf Minuten lang werden danach die 15 ml Blut bei geringer Zentrifugalkraft aufbereitet.

Alternative zu Kortison

 Bei der ACP-Therapie werden thrombozytenreiche Plasmakomponenten gewonnen, die nach der Injektion ins Gewebe Wachstumsfaktoren freisetzen. Diese können entzündungshemmende und regenerative Prozesse anregen. Entscheidend ist dabei eine hohe Anzahl funktionstüchtiger Thrombozyten und ein möglichst niedriger Leukozytenanteil, um Entzündungsprozesse nicht zusätzlich zu verstärken. Das bewirkt einen Heilungsprozess des verletzten Gewebes und hemmt schmerzhafte Entzündungsvorgänge. «Knorpel kann damit nicht wiederaufgebaut werden. Ein Vorteil ist die Verwendung von ausschliesslich körpereigenem Mate­rial, was Nebenwirkungen wie beim Kortison vermeidet. Mit der ACP-Therapie erreiche ich bei den meisten Patientinnen und Patienten eine 60-prozentige Verbesserung.» Drei Mal im Abstand von zwei Wochen wird Betroffenen das Serum injiziert. Die Wirkung spürt man nach sechs bis acht Wochen.

Dr. Jeannette Petrich Munzinger, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates am Gelenkzentrum Zürich

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