Neue Hilfe bei Schlafapnoe

Wer im Schlaf nicht genügend Luft bekommt, lebt gefährlich. Ein Zungenschrittmacher lässt Betroffene wieder entspannt durchschlafen. Schlafmediziner Prof. Dr. med. Arto Nirkko klärt auf.

Schlafapnoe Experte 03.22
Prof. Dr. med. Arto Nirkko

Menschen mit Schlafapnoe erleben mehrere Hundert Stress-Situationen pro Nacht. Das laute Schnarchen, die Atemstillstände und die Aufwachreaktionen werden zwar nicht bewusst wahrgenommen, verhindern aber einen erholsamen Schlaf. Da vor allem die Tiefschlafphasen unterbrochen werden, fühlen sich Betroffene am Morgen nicht ausgeruht und können sich tagsüber oft kaum wachhalten. Immer wieder kommt es zum Sekundenschlaf, vor dem Fernseher, am Arbeitsplatz oder, ganz gefährlich, im Strassenverkehr.

Leidet ein Mensch über Jahre an unbehandelter obstruktiver Schlafapnoe, treten häufig schwere gesundheitliche Störungen auf. Die nächtlichen Atemaussetzer und die Tagesmüdigkeit können Unfälle und familiäre Probleme verursachen und langfristig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

Alternative zur Atemmaske

Wer nachts schnarcht und tagsüber extrem müde ist, sollte beim Hausarzt abklären lassen, ob eine Schlafapnoe vorliegt. Standardmässig wird meist eine Atemmaske als Therapie empfohlen. Doch nicht alle Betroffenen kommen mit der nächtlichen Überdruckbeatmung zurecht. Für Schlafapnoe-Patienten oder -Patientinnen, bei denen die Atemmaske keine ausreichende Wirkung zeigt, Probleme oder lästige Nebenwirkungen bereitet, gibt es jetzt eine Alternative.

Die Inspire-Therapie funktioniert wie ein Herzschrittmacher. Sie arbeitet im Einklang mit dem natürlichen Atemrhythmus. Dieser wird während des Schlafs mittels eines Sensors kontinuierlich gemessen. Beim Einatmen hält der implantierte Stimulator die Atemwege offen. Die Stimulation ist so sanft, dass Betroffene davon nicht gestört werden und morgens erholt aufwachen. Das System kann vom Patienten über eine kleine Fernbedienung selbst gesteuert werden. Auf Knopfdruck schalten sie Inspire einfach vor dem Zubettgehen ein und nach dem Erwachen wieder aus.

Schlafmediziner wie Prof. Arto Nirkko vom Neurozentrum Luzern freuen sich über diese dringend nötige Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten: «Wir bieten die Hypoglossus-Stimulation als eines der wenigen Schlafzentren der Schweiz unseren Patienten an. Dank den positiven internationalen Studien zu Inspire wird die Therapie von den Krankenkassen übernommen.»

Mehr Informationen zur Inspire-Therapie

Telefon 0800 561 445, Montag bis Freitag, 9 –17 Uhr

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 10.03.2022.

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