Nicht noch mehr Hormone

Sie haben jahrzehntelang die Pille geschluckt oder mit einer Hormonspirale ­verhütet. «In der Abänderung steigen Frauen dann gerne auf sanftere Mittel um», sagt Komplementärtherapeutin und Hormonspezialistin Ursula Wenk.

Wechseljahre
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Wer denkt, die Wechseljahre beginnen erst mit der letzten Menstruation oder mit den ersten Hitzewallungen, der irrt. «Schon um die 40 herum geht’s los. Genau dann, wenn die Kinder in der Pubertät sind, das Arbeitspensum aufgestockt wird, die eigenen Eltern für Zusatzbelastung sorgen oder auch die Partnerschaft schwierig wird. Chronischer Stress ist ein enormer Aktivator für Hormon-Ungleichgewichte. Er lässt Wechseljahrbeschwerden früher als nötig auftreten», so Ursula Wenk. Die 52-Jährige hat eine eigene Naturheilpraxis in Rothenburg LU und arbeitet in einer gynäkologischen Praxis in Zürich.

Nicht das Hormon Östrogen, sondern das Progesteron sinkt zuerst. Die Blutungen werden stärker, der Zyklus wird verkürzt, Schmierblutungen nehmen zu. Energiemangel, Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme kennen viele Frauen in dieser Lebensphase. Was sollen sie tun? «Zuerst einmal können sie ganz beruhigt sein, denn diese Beschwerden haben nichts mit ihrer Psyche, sondern mit den hormonellen Veränderungen der anstehenden Wechseljahre zu tun. Ich empfehle, die Symptome mit pflanzlichen Heilmitteln zu behandeln. Wenn dann um die 50 die Hitzewallungen beginnen, ist auch der Übergang viel sanfter. Und genau das wünschen sich viele Frauen.»

Pflanzliche Wirkstoffe können helfen

An welche pflanzlichen Wirkstoffe denken Sie? «Sehr gute Erfahrungen habe ich mit Traubensilberkerze und Johanniskraut gemacht. Traubensilberkerze ist besonders bei Hitzewallungen, nächtlichem Schwitzen und Schlafstörungen wie auch bei leichtem emotionalem Ungleichgewicht wirksam. Johanniskraut ergänzt die vasomotorischen Symptome und stabilisiert emotionale Schwankungen sowie depressive und ängstliche Verstimmungen. Auch schweisshemmender Salbeitee, Frauenmantel, Mönchspfeffer, Melisse und Hopfen sind gut. Die Frauen sind damit nicht nur im Job entspannter, sondern auch im privaten Umfeld. Das kommt besonders dem Familienleben zugute. Die Hitzewallungen werden erträglich oder bleiben zeitweise ganz weg. Der Schlaf wird erholsamer und tiefer. Sie haben das Gefühl, wieder mehr ‹sich selber› zu sein.» Wie ist es mit den Nebenwirkungen? «Die Warnung vor erhöhter Lichtempfindlichkeit nach Einnahme von Johanniskraut wird meiner Meinung nach stark übertrieben. Derartige Warnhinweise führen höchstens noch zu einem stärkeren Vitamin-D-Mangel, weil die Frauen der Sonne aus dem Weg gehen. Sie brauchen das Sonnenlicht aber dringend, auch als natürliches Antidepressivum, gerade in der Zeit der Wechseljahre.»

Wechseljahre
Ursula Wenk

Ernährung anpassen und Sport treiben

Was können die Frauen sonst noch tun? «Ihre Ernährung anpassen. Zucker und Weissmehl reduzieren, weniger Alkohol trinken. Dafür mehr Proteine wie Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Hülsenfrüchte oder Nüsse essen und auf gute Fette wie Omega-3-Fettsäuren achten. Proteine sind übrigens wichtige Bausteine für Sexual- und Stresshormone sowie für Neurotransmitter. Darüber hinaus empfehle ich jeder Frau, eine Bestandesaufnahme machen zu lassen. Zuerst einen Vollbluttest, um Magnesium, Zink, Eisen und Selen zu bestimmen, dann eine Messung des Vitamin-D-Spiegels und zum Schluss auch die Bestimmung der Schilddrüsenwerte, weil ein Viertel aller Frauen über 40 eine latente Schilddrüsenunterfunktion hat, was den Energielevel und die Stimmung sinken, aber das Gewicht steigen lässt. Auch würde ich regelmässig Sport treiben und mich täglich an der frischen Luft bewegen. Krafttraining ein bis zwei Mal pro Woche ist ebenfalls gut.»

In welchen Fällen schlagen Sie trotzdem eine Hormonersatzbehandlung vor? «Erst, wenn eine Frau die gängigen natürlichen Heilmittel erfolglos angewendet hat und sehr unter kräftezehrenden Schlafstörungen leidet, wenn sie äusserst starke Hitzewallungen hat, die sie im Alltag massiv einschränken oder bei diagnostizierter Osteopenie und bei einer Depression. Allerdings empfehle ich dann nur natur- oder bioidentische Hormonpräparate, keine synthetischen Medikamente.»

 

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  • Hitzewallungen und
  • Stimmungsschwankungen

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 07.03.2019.

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