Nicht nur Sand und blaue Flecken

Für ihren Sport geben sie alles und für ihren Sport nehmen sie vieles in Kauf. Beach-Soccer-Spielerin ­Daniela Plüss über brennende Füsse, geprellte ­Beine und verstauchte ­Zehen.

Beachsoccer 133

Sie trainieren nicht unter den Palmen der Copacabana, sondern auf einem künstlichen Sandplatz zwischen Industrie- und Schulbauten. Ihr Heimathafen ist nicht Rio in Brasilien, sondern Birr im Aargau. Trotzdem nennen sie sich «Havana Shots» und nicht etwa «Rüebli-Kicker». Von Sonne, Sand und heissen Rhythmen lassen sie sich antreiben, von Regen, Pflotsch und kalten Füssen nicht unterkriegen. Beach Soccer – auf Deutsch Strandfussball – ist eine Trendsportart mit Suchtpotenzial, auch im wechselhaften Schweizer Sommer. Die Saison dauert nur drei Monate. Für Regeneration und Vorbereitung bleibt genügend Zeit. Und die braucht es auch, um Jahr für Jahr nationale und internationale Höchstleistungen zu erbringen.

Laute Musik und Ferienstimmung

Mit Rasenfussball hat Beach Soccer nur eines gemeinsam: das Toreschiessen. Der Ball ist viel weicher, das Tor viel kleiner, das Spielfeld ebenfalls. Im Training und auch während des Spiels tönt laute Musik aus den Boxen. Da geht auf und neben dem Platz die Post ab. Das Ambiente erinnert mehr an Ferienstimmung als an eine Meisterschaft. «An manchen Turnieren ist die Musik so laut, dass man den Pfiff des Schiedsrichters kaum hört. Aber das spornt uns an», sagt Daniela Plüss, 32, aus Wangen bei Dübendorf  ZH. Sie spielt seit diesem Jahr für die BSC Havana Shots Aargau und feierte mit ihnen schon nationale und internationale Erfolge. 2017 hat sie mit den «Shots» nicht nur die Schweizer Meisterschaft gewonnen, sondern im Frühjahr in Portugal auch den Euro Winners Cup – das ist die Champions League des Beach Soccers.

Beachsoccer_113

Beach Soccer ist ein schneller Sport. Die Vier-Sekunden-Regel sorgt dafür, dass Ecken, Einwürfe, Freistösse und Auswürfe sofort ausgeführt werden. Vier Feldspielerinnen und eine Torhüterin sind für jedes Team auf dem Feld. Gespielt werden dreimal zwölf Minuten. Wie beim Eishockey zählt die reine Spielzeit. Die Spielerinnen dürfen beliebig ein- und ausgewechselt werden. Abseits gibt es nicht.

Blaue Flecken und Schürfungen

Wegen seiner speziellen Regeln und der sanften Unterlage ist Beach Soccer weniger hart als Rasenfussball. Auf Fouls sollte man trotzdem besser verzichten. Ein normaler Freistoss auf Sand ist nämlich so torgefährlich wie ein Elfmeter auf Rasen. Der Grund: Es darf keine Mauer gebildet werden. Trotz schützender Regeln gibt es auch Blessuren, an die sich die Spielerinnen aber längst gewöhnt haben. Daniela Plüss: «Ich habe nach jedem Spiel und nach jedem Training blaue Flecken und Schürfungen, weil Ball und Schienbein meist voller Sand sind. Beim Schiessen fühlt es sich an wie Schmirgelpapier – vor allem bei grobem Sand wie auf unserem Heimplatz in Birr.» Ganz allgemein verlangt der Sand nach einer sauberen Technik, weil der Ball oft in einem Sandloch liegt oder wegen des hügeligen Bodens abrupt die Richtung ändert. Bleibt der Fuss im Sand hängen, ist er schnell gestaucht. «Manch ein Zeh musste schon dran glauben», schmunzelt Daniela Plüss. Oder bei einem Fallrückzieher: «Wenn ich den Ball nur mit dem Vorderfuss treffe, tut das sehr weh. Wir landen zwar weich, haben aber auch bloss Hosen und Shirts an. Schienbeinschoner sind nicht erlaubt.»

Bei Sonne wird der Sand sehr heiss, bei Regen teils richtig kalt. «Wer mag, darf einen speziellen Strumpf anziehen, der die Ferse und die Zehen freigibt, die grossen Fussflächen aber schützt.» Wie viel Sand hat sie schon geschluckt? «Viel! Am meisten schluckt aber die Torhüterin, denn fast bei jedem Schuss kommt eine Ladung mit. Das gehört dazu – und ein bisschen Sand tragen wir alle regelmässig auch mit nach Hause.»

Wie werden die Havana Shots mit den blauen Flecken fertig? «Wir haben Wallwurzsalbe im Medizin-Köfferchen. Die kommt überall hin mit. In Birr lagern wir sie in unserem Kühlschrank. Ich nehme sie nicht nur bei blauen Flecken und Prellungen, sondern auch zur Behandlung meiner müden Beine. Bereits meine Grossmutter gab mir Wallwurz und erzählte von seiner heilenden Kraft. Darum habe ich auch immer eine Tube zu Hause. Nach Trainings und Spielen mache ich mir Wallwurzwickel über Nacht. Am nächsten Morgen fühlen sich Oberschenkel und Schienbeine richtig erholt an.»

wallwurz-neu-2

Unser Tipp: Diese Salbe wirkt Wunder

Gegen blaue Flecken, Gelenk- und Muskelschmerzen, Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen schwören die «Havana Shots» auf die Dr. Andres Wallwurz Salbe. Eine sanfte Massage der schmerzenden Stellen mit dieser Salbe wirkt Wunder. Gleich nach dem Spiel und auch vorbeugend an gefährdeten Stellen. Lindert den Schmerz, hemmt die Entzündung und wirkt abschwellend. Die Salbe ist ein fettfreies Gel. Es zieht rasch und vollständig ein ohne zu kleben.

Erhältlich in Apotheken und Drogerien.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 19.12.2017. Setzte ein Lesezeichen permalink.

Kommentare sind geschlossen.