Packungsbeilagen machen krank

Medikamente sollte man nur dann nehmen, wenn man sie wirklich braucht. Und Packungsbeilagen sollte man nur dann lesen, wenn man kein Angsthase ist.

Packungsbeilagen
Bild: AdobeStock, Urheber: Stockfotos MG

Die Beipackzettel von Medikamenten können krank machen, und zwar durch die schier endlose Aufzählung von möglichen Nebenwirkungen. Wer Packungsbeilagen durchliest, hat ein erhöhtes Risiko, tatsächlich eine Nebenwirkung zu bekommen. Das ­haben wissenschaftliche Studien gezeigt, bei denen nur ein Teil der Versuchspersonen über eine bestimmte Nebenwirkung informiert wurde. Diese Personen litten sechsmal häufiger an unerwünschten Wirkungen als die Kon­trollgruppe, der sie verschwiegen worden waren. Sogar bei Placebo-Medikamenten zeigten sich bei den Probanden Symptome von Nebenwirkungen, wenn sie von ihnen wussten.

Auch extrem seltene Nebenwirkungen werden erwähnt

Was genau auf einem Beipackzettel deklariert werden muss, wird von der Arzneimittelbehörde detailliert vorgeschrieben. Diese Angaben sollen nicht nur die Patienten aufklären, sondern haben auch juristische Gründe, indem sie die Hersteller bei Haftungsfragen schützen. So werden auch extrem seltene Nebenwirkungen erwähnt, mitunter sogar solche, die nicht einmal zweifelsfrei in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem Medikament stehen.

Mit grosser Vorsicht lesen

Beipackzettel sollten deshalb mit grosser Vorsicht und der nötigen Distanz gelesen werden. Wichtig für den Patienten sind die Informationen über die Art der Einnahme und die Dosierung. Stimmen diese Angaben mit der Verschreibung des Arztes überein? Bei Unsicherheiten unbedingt nachfragen, denn auch Ärzte machen Fehler.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 16.01.2020.

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