Schlechte Tischmanieren machen dick

Tischmanieren Bild: AdobeStock, Urheber: nicoletaionescu

Wir leben in einer Zeit, in der althergebrachte Verhaltensregeln mehr und mehr vernachlässigt oder übergangen werden, sei es bewusst oder unbewusst. Besonders beim Essen ist das augenfällig. Nahm man sich früher für ein Mahl noch Zeit – immerhin heisst es ja Mahlzeit – ist das Essen to go zur Normalität geworden. Noch vor zwanzig Jahren war es in der Schweiz klar, wann und wo gegessen wird. Am Morgen, Mittag und Abend. Und zwar zu Hause am Tisch. Heute verpflegt man sich stehend, laufend und nebenbei. Salopp gesagt snackt man sich durch den Tag. Auch wenn es löbliche Ausnahmen gibt, Fastfood für unterwegs ist in den allermeisten Fällen immer noch unausgewogen und zu kalorienhaltig.

Emotionale Beziehung zur Nahrung geht verloren

Mit der Abschaffung der fixen Essenszeiten kam es auch zur Auflösung Jahrhunderte alter Tischrituale. Tischgebete, die einst eine beruhigende und entschleunigende Wirkung hatten, sprechen heute nur noch Frömmeler. Dafür huldigen wir am Tisch dem iPhone und merken nicht, wie wir dabei die emotionale Beziehung zur Nahrung verlieren. Das deutsche Wort „verzehren“ für „essen“ spricht Bände.

Verrohung der Tischsitten

Und nicht zuletzt kam es auch zu einer Verrohung der Tischsitten. Mit vollem Mund reden, Ellbogen auf dem Tisch aufstützen, Musik hören während dem Essen, schmatzen. Die Liste der Unanständigkeiten ist lang. Klar ist, wer sich so unsensibel benimmt, merkt auch nicht, wie schnell und wie ungesund er isst. Schlechte Voraussetzungen also um abzunehmen.

So geht’s:

  • Das Wichtigste vorweg. Wer über Mittag keine Zeit zum Essen hat, sollte es lieber ganz sein lassen. Zwei sättigende Mahlzeiten pro Tag reichen vollauf. Für den Stoffwechsel und die Gesundheit allgemein ist diese Beschränkung wohl die effizienteste Massnahme überhaupt.
  • Lieber weniger häufig pro Tag essen, dafür sich hinsetzen und sich Zeit nehmen, und zwar möglichst mit anderen Menschen. Die Gemeinschaft am Tisch ist etwas vom Wertvollsten, was der Alltag bietet.
  • Warten mit Absitzen. Es macht keinen guten Eindruck und ist ein Zeichen von mangelndem Respekt, wenn man sich vor den anderen statt gemeinsam an den Tisch setzt.
  • Zurückhaltung beim Schöpfen und nicht drängeln, sei es am Tisch oder an einem Buffet. Das Überladen des Tellers ist unanständig und fördert das schnelle, unüberlegte Essen, das dick macht.
  • Mit dem Essen anfangen oder sofort zur Schüssel greifen, wenn diese auf den Tisch gestellt wird, ist ein böser Fauxpas. Es ist der Gastgeber, der das Signal gibt.
  • Bei der Benutzung des Bestecks gilt, von aussen nach innen. Das Messer abschlecken zeugt von mangelnder Erziehung.
  • Das Besteck wird am unteren Ende des Griffes angefasst und nicht mit der ganzen Hand umklammert. Achten Sie darauf, dass Messer und Gabel nicht auf dem Teller kratzen, wenn Sie einen Bissen aufnehmen.
  • Will man signalisieren, dass man das Essen beendet hat, legt man Messer und Gabel nebeneinander in den Teller.
  • Das Glas immer am Stil halten, um unschöne Fingerabdrücke zu vermeiden.
  • Klangvolles Anstossen vermeiden. In grosser Gesellschaft reicht auch Zuprosten. An Feiern abwarten, ob der Gastgeber bzw. Jubilar einen Toast ausbringen will.
  • Während dem Essen wird die Serviette leicht gefaltet im Schoss platziert, während einer Pause auf die linke Seite gelegt, um eine Verwechslung mit jener des Nachbarn zu vermeiden. Schon gar nicht gehört sie in den Hemdkragen gesteckt. Das Stofftuch am Schluss nicht im Teller deponieren, sondern leicht gefaltet zur Seite legen.
  • Die Serviette nicht zweckentfremden. Sie dient ausschliesslich dazu, sich den Mund abzutupfen. Müssen Sie sich die Nase putzen, nehmen Sie ein Papiertaschentuch.
  • Essen ohne Geräusche. Ob in der Beiz oder im Nobelrestaurant, schmatzen und mit vollem Mund sprechen machen sich nirgends gut.
  • Ellbogen haben auf dem Tisch nichts verloren. Unhöflich ist auch, einen Arm quer auf den Tisch zu legen. Beide Hände sollten mit den Gelenken an der Tischkante aufliegen.
  • Ob der Pouletschenkel mit der Hand gegessen werden darf, ist von der Situation abhängig.
  • Kartoffeln auf dem Teller zu zerquetschen und mit Sauce zu beträufeln, geht bei der Grossmutter, aber nicht bei einem gehobenen Essen.
  • Nur für kleine Kinder werden Nudeln und Spaghetti im Teller geschnitten. Erwachsene sollten sie wie im Mutterland der Pasta essen. Mit der Gabel einige Nudeln aufwickeln und zum Mund führen. Dazu darf man auch den Esslöffel zur Hilfe nehmen.
  • Wer das Essen beendet hat, wartet, bis alle fertig sind.

Fazit:

Zwischen Tischsitten und Übergewicht gibt es einen direkten Zusammenhang. Wer nicht darauf achtet, wie er isst, dem ist es auch egal, was und wie schnell er isst. Pflegen Sie wieder die guten alten Tischmanieren. Sie werden mit mehr Genuss essen, und auch die Figur wird es Ihnen danken.

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