Schluss mit Stress – die richtige Körperpflege

Leiden Sie unter Stress? Dann tun Sie etwas für Ihre Resilienz und für mehr psychische Widerstandskraft. Letzter Teil unserer Stress-Serie mit Prof. Dr. med. Gregor Hasler.

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Körperliche Aktivität steigert die Resilienz. Neue Studien zeigen, dass bereits 15 Minuten Jogging oder ein kurzes Krafttraining antidepressiv wirken. Es ist also nicht nötig, Spitzensportler zu werden. Tägliche ein halbstündiger Spaziergang, eine Kraftübung oder ein kurzes Jogging genügen, die Resilienz zu stärken. Aktivitäten im Freien sind wirksamer als solche zuhause, vermutlich, weil die Lichtmenge draussen viel grösser ist als drinnen.

Der englische Ausdruck „to have guts“ bedeutet, Mut zu haben. Neuste Forschung belegt, dass man diesen Ausdruck wörtlich verstehen darf. Es mehren sich die Befunde, dass der Darm ein enger Verbündeter des Gehirns ist, wenn es darum geht, Stress abzuwehren.

Darmbakterien haben grossen Einfluss auf Psyche

Die Darm-Hirn-Connection ist zur wichtigsten Wachstumszone der Stressforschung geworden, aus der laufend neue, erstaunliche Ergebnisse kommen. Der Darm hat nicht nur den grössten und direktesten Kontakt mit der Aussenwelt, er besitzt auch ein eigenes Nervensystem. Darmbakterien scheinen einen wichtigen Einfluss auf unsere Psyche zu haben. Wenn Forscher Darmbakterien einer mutigen Maus in den Darm einer ängstliche Maus implantieren, wird diese deutlich stressresistenter. Solche Experimente legen nahe, dass man durch die Beeinflussung der Darmbakterien die Resilienz massgeblich stärken kann.

Die Zunahme des gefühlten Stress hat auch mit Veränderungen der Darmflora zu tun. Untersuchungen an Urvölkern zeigen: im Verlauf der Industrialisierung hat unsere Darmflora an Vielfalt abgenommen. Resilienz zeichnet sich aber durch grosse Vielfalt aus, auch im Darm.

Ungünstig sind industrielle Fette und Zucker

Die Forschung zeigt, dass die Ernährung einen direkten und grossen Einfluss auf die Darmbakterien hat. Industrielle Fette und Zucker lassen schlechte Bakterien den Darm überwuchern. Durch eine ausgewogene, nicht-industrielle Ernährung nehmen dagegen die guten Bakterien wie Bifidobakterien und Lactobacillus zu. Insbesondere haben Früchte, Gemüse, Nüsse und Olivenöl das Potential, die Resilienz zu stärken.

Tipp: Seien Sie jeden Tag mindestens 30 Minuten körperlich aktiv, vermeiden Sie industriellen Fastfood und ernähren Sie sich ausgewogen mit natürlichen Produkten.

Kein naiver Optimismus

Resilienz ist die richtige Balance auf verschiedenen Dimensionen. Positive Gefühle sowie der Umgang mit Spannung und Widerspruch sind das Fundament der Resilienz, nicht aber ein naiver Optimismus. Durch soziale Medien werden lokale Beziehungen durch digitale und globale ersetzt. Ferner nehmen die kooperativen Beziehungen ab und die kompetitiven zu. Für beide Veränderungen ist unser Gehirn nicht gemacht. Deshalb müssen wir aktiv Gegensteuer leisten, in lokale Bezüge investieren und Kooperationen aktiv gestalten. Innere Unabhängigkeit, die Fokussierung auf den Augenblick, positive Identifikationen und körperliche Fitness sind zusätzliche Faktoren, die unsere Widerstandsfähigkeit nachhaltig stärken.

Depression Gregor Hasler 62

Lesen Sie  auch Teil 1, 234, 5, 6 ,7 und 8 der Serie von Prof. Hasler.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 23.09.2021.

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