Dass Kinder immer wieder Schnupfen haben, husten oder schlecht schlafen, ist eigentlich nichts Ungewöhnliches. Gerade in den ersten Lebensjahren sind Infekte häufig. Wenn die Beschwerden jedoch über Wochen anhalten, immer wieder zurückkehren oder vor allem nachts und morgens auftreten, lohnt sich ein genauerer Blick. Denn hinter einer vermeintlichen Dauererkältung kann eine Hausstaubmilben-Allergie stecken.
Hausstaubmilben sind winzig klein und mit blossem Auge nicht zu erkennen. Sie fühlen sich dort besonders wohl, wo es warm und feucht ist: auf Matratzen, Bettdecken und -kissen, aber auch auf Teppichen, Polstermöbeln oder Kuscheltieren. Die Milben selbst sind harmlos. Problematisch sind ihre Ausscheidungen: Auf bestimmte Eiweisse darin kann das Immunsystem überreagieren und eine allergische Entzündung auslösen.
Niesen und eine laufende Nase sind typische Hausstaubmilben-Allergiebeschwerden. Neben ausgeprägtem Fliess-Schnupfen gehören auch eine verstopfte Nase, juckende, tränende oder gerötete Augen, Engegefühl in der Brust sowie Kurzatmigkeit, Keuchen oder Husten zu den häufigen Symptomen. Diese Beschwerden fallen meistens morgens auf. Kein Wunder: Im Bett verbringen wir viele Stunden auch in engem Kontakt mit den Allergenen. Anders als beim Heuschnupfen treten die Beschwerden zudem meist das ganze Jahr über auf.
Eine Allergie ist mehr als nur lästig. Bleibt sie unbehandelt, kann sich die allergische Reaktion von den oberen auf die unteren Atemwege ausweiten. Dadurch steigt das Risiko, dass sich allergisches Asthma entwickeln kann. Auch der Schlaf und die Leistungsfähigkeit kann leiden: Kinder mit verstopfter Nase oder nächtlichem Husten schlafen schlechter, sind am nächsten Tag müde und können sich in der Schule oder im Kindergarten weniger gut konzentrieren. Deshalb sollten wiederkehrende Beschwerden nicht einfach als häufige Erkältungen abgetan, sondern abgeklärt werden.
Wenn von einer medizinischen Fachperson tatsächlich eine Hausstaubmilben-Allergie festgestellt wird, kann eine Allergie-Immuntherapie eine ursächliche Behandlungsmöglichkeit sein. Dabei wird das Immunsystem über einen längeren Zeitraum kontrolliert durch kleine Dosen an den Allergieauslöser gewöhnt. Ziel ist, die allergische Reaktion nachhaltig zu reduzieren und Beschwerden langfristig zu lindern. Eine solche Therapie sollte individuell mit einer medizinischen Fachperson besprochen werden und kann je nach Alter und Präparat in unterschiedlichen Formen erfolgen.
Gerade bei Kindern ist eine frühzeitige Abklärung wichtig. Denn je früher eine Allergie erkannt und angemessen behandelt wird, desto besser lässt sich verhindern, dass die Beschwerden den Alltag beeinträchtigen oder sich die allergische Erkrankung weiterentwickelt.
Tipps gegen Hausstaubmilben
- Bei anhaltenden Beschwerden eine Allergologin oder einen Allergologen aufsuchen und die Ursache abklären lassen.
- Bettwäsche einmal pro Woche bei 60 Grad waschen.
- Matratze, Kissen und Duvet mit milbenallergendichten
Bezügen schützen. - Schlafzimmer regelmässig stosslüften und eher kühl halten, um die Luftfeuchtigkeit zu senken.
- Teppiche, schwere Vorhänge und andere Staubfänger möglichst reduzieren.
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