Schnupfen oder Hausstaubmilben-Allergie?

Bild: AdobeStock, Urheber: krutenyuk

Dass Kinder mal eine verstopfte Nase haben, husten oder schlecht schlafen, ist nichts Ungewöhnliches. Meist steckt ein Infekt oder eine harmlose Erkältung dahinter. Wenn diese Beschwerden aber immer wieder ohne einen Grund auftreten, lohnt sich ein genauerer Blick, besonders auf mögliche Allergien. Eine Hausstaubmilbenallergie gehört zu den weitverbreitetsten Allergien im Kindesalter. Wird sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sie zu ernsten und bleibenden Folgeerkrankungen führen.

Hausstaubmilben sind winzig klein und mit blossem Auge nicht zu erkennen. Sie leben dort, wo es warm und feucht ist, also in Matratzen, Teppichen, Kuscheltieren oder Polstern. An sich sind sie ungefährlich, doch ihre Ausscheidungen enthalten Stoffe, auf die das Immunsystem empfindlich reagieren kann. Die Beschwerden zeigen sich meist das ganze Jahr über, nicht nur in bestimmten Jahreszeiten wie bei Heuschnupfen. Besonders nachts und morgens machen sich die Symptome bemerkbar. Dann, wenn Kinder viel Zeit im Bett verbringen und engen Kontakt mit den Allergenen haben.

Im Alltag helfen ein paar einfache Massnahmen. Zum Beispiel kann man Matratzen mit milbendichten Bezügen schützen und die Bettwäsche regelmäs­sig bei 60 Grad waschen. Zudem sollte man auf Teppiche und schwere Vorhänge verzichten. Auch eine gute Belüftung und eine eher kühle Raumtemperatur im Schlafzimmer helfen. Diese Tipps können den Alltag erleichtern, eine richtige Behandlung ersetzen sie aber nicht.

«Eine Allergie-­Immuntherapie hilft dauerhaft.»

Denn werden nur die Symptome bekämpft, etwa mit Nasensprays oder Antihistaminika, bleibt die Ursache bestehen. Das kann dazu führen, dass sich die Allergie ausweitet. In manchen Fällen rutscht die Entzündung tiefer in die Atemwege. Dann entsteht sogenanntes allergisches Asthma. Auch Hautprobleme wie Neurodermitis oder neue Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Lebensmitteln sind mögliche Folgen. So zeigen Studien, dass Kinder mit Hausstaubmilbenallergie etwa doppelt so häufig Asthma entwickeln wie Erwachsene. Viele dieser Folgeerkrankungen lassen sich später nur schwer beeinflussen, deshalb ist es wichtig, früh zu handeln.

Dauerhaft hilft nur die Allergie-Immuntherapie. Sie ist die einzige Behandlung, welche die Ursache bekämpft. Dabei wird das Immunsystem nach und nach an den Allergieauslöser gewöhnt. Ziel ist, dass der Körper langfristig weniger oder gar nicht mehr da­rauf reagiert. Die Allergie-Immuntherapie gibt es in zwei Varianten. Diese können nach einer allergologischen ­Diagnose vom Facharzt oder der Fachärztin verschrieben werden. Beide Methoden sind erprobt und werden auch von Kindern gut vertragen. Die Therapie dauert mindestens drei Jahre. Das scheint eine lange Zeit, hat aber gros­se Vorteile. Denn je früher man beginnt, desto besser sind die Chancen auf ein allergiefreies Leben.

Warnzeichen bei ­Kindern

Eine verstopfte Nase am Morgen, ­trockener Reizhusten in der Nacht, häufiges Räuspern oder juckende Augen sind typische Anzeichen. Die Symptome können ganzjährig auf­treten, verschlimmern sich in der Regel Anfang Winter aufgrund der ­trockenen Heizungsluft. Viele Kinder sind morgens unausgeschlafen
oder wirken im Schulalltag unkonzentriert. Auch häufige Atemwegsinfekte oder Mittelohrentzündungen können indirekt mit einer allergischen Reak­tion zusammenhängen.

Facharztsuche

Sie haben den Verdacht auf eine Allergie? Finden Sie mit der Facharztsuche auf ch.klarify.me/de eine allergologische Fachpraxis.