Schreiben hilft gegen Stress, Angst und Depressionen

Therapeutisches Schreiben ist einfach und sehr wirkungsvoll. Es verhilft zu Distanz, die psychische Spannung lässt nach. Sogar dem Immunsystem tut es gut. Ein Mittel wie geschaffen für die Krise.

Schreiben Bild AdobeStock Urheber Farknot Architect
Bild: AdobeStock, Urheber: Farknot Architect

Wenn wir etwas in Worte fassen, verändert es die Art, wie wir Erlebtes sortieren. Es hilft uns, von unseren Gedanken ein Stück weit zurückzutreten und sie in einem breiten Zusammenhang zu sehen. Nur schon 15 Minuten am Tag können einen durchschlagenden Effekt haben. Schreiben ist Seelenhilfe, die gerade in der Corona-Krise so wichtig ist, wenn wir uns machtlos und alleingelassen fühlen.

Schreiben ist ein einfaches, billiges und in der Regel auch sehr wirkungsvolles Instrument. Es lohnt sich, das auszuprobieren. Dazu braucht es nicht viel. Man setzt sich 15 Minuten hin und schreibt alles auf, was einen gerade belastet. Man muss nicht für den Rest des Lebens ein Tagebuch führen.

Sehr gute Wirkung bei Spannungszuständen und Traumata

Der amerikanische Psychologe James Pennebaker hat die Methode des Expressiven Schreibens in den 1980er Jahren entwickelt und viel Forschung betrieben. Er zählt zu den bekanntesten Experten auf diesem Gebiet und hat mit dieser einfachen und kostenlosen Intervention sehr gute Ergebnisse bei Angst, Depression, inneren Spannungszuständen und sogar Traumata erzielt. Ausserdem wurde in Studien eine positive Wirkung auf Immunsystem, Blutdruck, Rheuma und andere Erkrankungen nachgewiesen.

Den Gefühlen und Gedanken freien Lauf lassen

In seinem Standardwerk gibt James Pennebaker eine Anleitung zum Expressiven Schreiben: “Nimm dir 15 Minuten Zeit. Finde einen ruhigen Ort, um dich mit deinen tiefsten Gefühlen und Gedanken auf ein Ereignis in deinem Leben zu fokussieren, das dich belastet oder aufwühlt. Welches Ereignis du auch immer aussuchst, es ist entscheidend, dass du wirklich alle deine Erwartungen loslässt und deinen Gefühlen und Gedanken freien Lauf lässt. Stelle dir nun einen Wecker auf 15 Minuten und beginne zu schreiben. Ohne Unterbrechung, ohne Rücksicht auf Schrift, Grammatik oder Rechtschreibung. Wenn du zu sehr aufgewühlt wirst, höre auf zu schreiben. Eine gewisse Traurigkeit nach dem Schreiben ist normal, sie verschwindet gewöhnlich nach etwa einer Stunde.”

Ein hilfreicher Begleiter im Leben

Diese Übung sollte täglich am besten eine Woche lang durchgeführt werden. Das therapeutische Schreiben hat eine sehr entlastende Wirkung und macht, dass die Anspannung in unserer Psyche nachlässt. Nach der Akutphase bleibt das Aufschreiben der Gedanken, Befürchtungen aber auch der positiven Dinge im Leben für viele Menschen ein hilfreicher Begleiter.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 01.04.2021.

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