Schwangere und Stillende – Hände weg von Alkohol!

Wegen Alkoholkonsum in der Schwangerschaft kommen jedes Jahr in der Schweiz zwischen 1000 und 4000 Neugeborene mit Beeinträchtigungen zur Welt. Nur eine Schwangerschaft ohne Alkohol kann das sicher verhindern.

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Alkohol ist für Schwangere und Ungeborene ein grosses Gesundheitsrisiko. Bis heute ist es nicht möglich, eine risikofreie Trinkmenge oder einen risikofreien Zeitraum in der Schwangerschaft zu bestimmen, bei dem der Alkohol keinen negativen Effekt auf den Fötus hat. Die Schäden für Neugeborene können gravierend sein.

77 Prozent der Frauen trinken während der Schwangerschaft keinen Alkohol. Manchen fällt der Verzicht jedoch nicht leicht, wenn sie in einem Umfeld sind, wo häufig getrunken wird oder eine Abstinenz sogar als Gemeinschaftsverweigerung angesehen wird. PartnerInnen oder Nahestehende spielen eine wichtige Rolle für die Gesundheit von Mutter und Kind, indem sie den Wunsch der Frau nach Abstinenz schützen. Sie können sich solidarisch zeigen, indem sie auch nicht trinken oder die schwangere Frau zumindest nicht zum Mittrinken verleiten.

Verzögerte geistige Entwicklung

Alle Beeinträchtigungen auf Grund von Alkoholkonsum werden unter dem Kürzel FASD – Fetal Alcohol Spectrum Disorder – zusammengefasst. In vielen Fällen manifestiert sich FASD in Merk- und Lernschwierigkeiten, Sprechstörungen, Hyperaktivität und Impulsivität. Beim schwerwiegenderen FAS, dem Fetalen Alkoholsyndrom, sind Wachstumsverzögerungen, körperliche Auffälligkeiten, insbesondere am Kopf und im Gesicht sowie Dysfunktionen des zentralen Nervensystems mit entsprechenden Folgeschäden zu beobachten. Das kann auch verzögerte geistige Entwicklung und verminderte Intelligenz bedeuten. Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen 1 und 4 Prozent aller Neugeborenen in Europa von FASD betroffen sind. In der Schweiz entspricht dies zwischen 1000 und 4000 Kindern, von denen 10 Prozent eine schwere Form, also FAS, haben.

Alkohol gelangt in die Muttermilch

Gemäss den heutigen Kenntnissen kann nur eine Schwangerschaft ohne Alkohol FAS oder FASD beim Kind sicher vermeiden. Alkohol passiert die Plazentaschranke schnell und kann die Entwicklung aller Organe des Ungeborenen und besonders das Zentralnervensystem beeinträchtigen. Während der Stillzeit getrunkener Alkohol gelangt in die Muttermilch. So empfiehlt sich auch während der Stillzeit, am besten keinen Alkohol zu trinken. Falls Sie aber Alkohol trinken, dann eine möglichst kleine Menge und lange Zeit vor dem nächsten Stillen, damit der Alkohol rechtzeitig abgebaut werden kann. Beim Konsum von einem Standardgetränk also mindestens zwei Stunden warten.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 26.11.2020.

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