So entrinnen Sie der Kilofalle

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„Leider gehöre ich zu denjenigen, die mit Übergewicht kämpfen müssen“, schreibt mir eine 59 Jahre alte Leserin. Sie habe schon etliche Diäten ausprobiert. Mit immer demselben Effekt. Ein paar Kilo runter, ein paar Kilo rauf. Sie arbeite viel im Büro, vor allem im Sitzen. Sie treibe aber auch regelmässig Sport, gehe ins Fitness, Nordic Walking, im Sommer Velofahren. Beim Essen achte sie auf frisches Gemüse, Salat, Früchte und mageres Fleisch. Noch nicht im Griff habe sie die Kohlenhydrate, vor allem Süsses.

Die Leserin machte mit Diäten genau die Erfahrungen, die fast alle machen: Sie funktionieren auf Dauer nicht. Ich frage mich immer wieder, weshalb so viele Menschen auf die leeren Versprechen hereinfallen. Wir Menschen sind seit Jahrtausenden Allesfresser. Allesfresser müssen sich ausgewogenen ernähren. Das geht gar nicht anders. Nur so haben wir überlebt.

Das grosse Problem heute ist, dass es zu viel von allem zum Fressen gibt, wenigstens in unseren Breitengraden. Und dass wir uns zum Fressen nicht mehr bewegen müssen. Das ist die Falle, welche Millionen von Menschen in der westlichen Welt dicker und dicker werden lässt.

Dieser Falle können wir nur entrinnen, wenn wir uns bewusster ernähren und jede Möglichkeit benutzen, um uns mehr zu bewegen. Fittnessclubs, Nordicwalking und Velofahren sind schon mal gut. Viel entscheidender jedoch ist die Frage, ob wir uns im Alltag bewegen. Das zählt am Ende des Tages mehr als ein paar Stunden Fitness pro Woche. Seien Sie erfinderisch und ergreifen Sie jede Gelegenheit, ein bewegtes Alltagsleben zu führen. Der perfekte Motivator dazu ist ein Schrittzähler.

Zur zweiten Strategie, der Ernährung. Unsere Leserin macht schon mal vieles richtig: frisches Gemüse, Salat, Früchte und mageres Fleisch. Alles, was direkt vom Garten oder vom Bauern kommt, ist gut. Alle verarbeiteten Lebensmittel hingegen sind mit Vorsicht und mit Mass zu geniessen. Die Menge an hochkalorischen Nahrungsmitteln, angepriesen in den schillerndsten Farben, hat die Natur schlicht nicht vorgesehen.

Das Problem mit den Kohlenhydraten und dem Süssen teilt unsere Leserin mit Hunderttausend anderen. Diesem Problem kann man nicht entrinnen, wenn man sie auslässt oder gar vom Teller verbannt. Kohlenhydrate vor allem in Form von stärkehaltigen Lebensmitteln sind wichtig für den Körper und für die Sättigung. Grosse Zurückhaltung geboten ist jedoch bei allen Formen von Zucker. Aber auch hier bringen rigorose Verbote nichts. Ein bewusster, geplanter und genussreicher Umgang mit Süssem ist die einzige Lösung. Allenfalls hilft die Zweiminutenregel: Wenn man Lust auf Süsses verspürt, zwei Minuten verstreichen lassen und schauen, ob die Lust anschliessend überhaupt noch da ist. In vielen Fällen ist das nämlich nicht mehr der Fall. Und je länger man die Zweiminutenregel anwendet, desto mehr wird man feststellen, dass man die vermeintliche Lust nach Süssem auch mit Dingen befriedigen kann, die nichts mit Essen zu tun haben. In der Rubrik Tipps finden Sie mehr dazu.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 28.12.2012.

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