Manche spüren gar nichts, andere leiden täglich. Vorhofflimmern macht sich in der Regel als Herzrasen, Herzklopfen oder unregelmässiger Puls bemerkbar. Bei manchen bricht die körperliche Leistungsfähigkeit ein oder sie leiden an Atemnot. Auch ein Druck auf der Brust ist eine mögliche Folge. Ob mit oder ohne Symptome, Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. In der Schweiz sind über 100 000 Menschen betroffen, insbesondere ältere Personen.
Elektrisches Gewitter
Beim Vorhofflimmern schlagen die beiden Vorhöfe des Herzens unregelmässig und zu schnell, mit über 300 elektrischen Erregungen pro Minute. Bei gesunden Menschen liegt die Frequenz zwischen 60 und 100. Ausgelöst wird das Flimmern durch eine gestörte elektrische Aktivität in den Vorhöfen, die sich auf die Herzkammern überträgt. Die Ursache liegt häufig in einer Überlastung des Herzens, bedingt durch Alter, Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes, eine Schilddrüsenüberfunktion, Schlafapnoe oder einen hohen Alkoholkonsum. Auch bestehende Herzerkrankungen wie ein Herzinfarkt, eine Klappenerkrankung oder eine Herzschwäche können die Auslöser sein. In seltenen Fällen tritt Vorhofflimmern bei Menschen mit gesundem Herzen ohne erkennbare Ursache auf.
Die gute Nachricht: Vorhofflimmern ist nicht unmittelbar lebensbedrohlich. Es zu ignorieren, wäre trotzdem fahrlässig. Denn Vorhofflimmern erhöht das Risiko für einen Hirnschlag und kann zu einer verminderten Herzleistung bis zu einer bleibenden Herzschwäche führen. Um vorzubeugen, braucht es eine gute kardiologische Betreuung.
Weniger Alkohol, mehr Bewegung
Die Diagnose erfolgt zunächst über ein Ruhe-EKG und wird bei Bedarf durch ein Langzeit-EKG ergänzt. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, von Medikamenten bis zur Operation. In der Broschüre Vorhofflimmern der Schweizerischen Herzstiftung werden alle Methoden genau und verständlich erklärt.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, gilt es, die Risiken zu reduzieren. Den wichtigsten Faktor, das Alter, kann man natürlich nicht ändern. Aber für einen gesunden Lebensstil ist es zum Glück nie zu spät. Dazu gehört, aufs Rauchen zu verzichten und Alkohol massvoll zu geniessen, denn beides lässt das Herz rascher als normal schlagen. Wesentlich für die Vorbeugung ist auch regelmässige körperliche Aktivität. Sie trägt dazu bei, Übergewicht und Bluthochdruck zu verhindern.

Ein Hirnschlag ist immer ein Notfall!
Eine schwerwiegende Folge von Vorhofflimmern ist der Hirnschlag. Bei einer Blutverdünnung kann in sehr seltenen Fällen eine Hirnblutung auftreten. Deshalb ist es wichtig, dass Sie und Ihre Angehörigen im Notfall richtig reagieren. Den Hirnschlag und die Hirnblutung erkennt man in den meisten Fällen an einem oder mehreren der folgenden Symptome:
- plötzliche Lähmungen im Gesicht (besonders einseitig)
- plötzlicher, ungewöhnlicher, heftiger Kopfschmerz
- Sehstörungen, plötzliche Blindheit (oft nur auf einem Auge) oder Doppelbilder
- heftiger Schwindel mit Gehunfähigkeit
- Sprachstörungen oder Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen
- plötzliche Lähmungen in den Armen und Beinen (meist nur auf einer Körperseite)
Alarmieren Sie sofort den Notruf 144 und bleiben Sie am Telefon – die Sanitätsnotrufzentrale unterstützt Sie, bis der Rettungsdienst eintrifft.
Kostenlose Broschüre bestellen
Im Online-Shop der Schweizerischen Herzstiftung finden Sie kostenlose Broschüren mit hilfreichen Erklärungen und Tipps. Auch Hilfsmittel wie Ausweise, Checklisten und Blutdruckmessgeräte und schöne Geschenke sind erhältlich.
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