So überstand ich Covid-19

Hohes Fieber, starker Husten, Schüttelfrost und Gliederschmerzen. Reto Roth über seine Achterbahnfahrt mit dem Coronavirus.

Reto Roth und Corona Bild für in den Text hinein

Alles hat am 26. März angefangen. Wegen starken Hustenanfällen, Schmerzen im Brustbereich, fehlendem Geschmacksinn und Gelenkschmerzen habe ich den telemedizinischen Dienst von Medgate kontaktiert. Die Ärztin war besorgt und riet mir, mich beim Hausarzt zu melden, um einen Virustest zu machen, was ich dann auch tat.

Das volle Programm

Am Samstagabend erhielt ich dann die Nachricht, dass ich mit Covid-19 infiziert bin und zu Hause in Quarantäne muss. Das volle Programm machte ich dabei durch. Von leichtem zu starkem Fieber, Husten, Durchfall mit grünen Stuhl, Schüttelfrost und Gelenkschmerzen. Es war eine fürchterliche Achterbahn von Symptomen.

In Absprache mit meinem Arzt beschloss ich, die Krankheit zu Hause durchzustehen. Bei einer Kontrolle am 1. April hörte er dann aber seltsame Geräusche auf der Lunge und schickte mich in die auf Corona spezialisierte Klinik Moncucco in Lugano. Dort diagnostizierte man prompt eine Lungenentzündung und liess mich nicht mehr gehen. Ich wurde intensiv überwacht und bekam wie allen anderen Covid-19-Patienten das umstrittene Antimalaria-Mittel Chloroquin.

Auch Frau und Kinder angesteckt

Ich hatte Glück und nur kurz wirkliche Atemnot. Eine Verlegung auf die Intensivstation wurde mir erspart. Nach langem Auf und Ab konnte ich am 7. April das Spital verlassen. Meine Frau und die Kinder haben das Coronavirus auch bekommen, jedoch ohne Komplikationen, sodass sie zu Hause bleiben konnten. Momentan nehme ich an eine Studie Teil, um zu schauen, wie lange ich Antikörper habe.

Was mich am meisten geprägt hat in dieser Zeit: Covid-19 ist absolut perfid. Die Krankheit kann sich völlig unvorhersehbar entwickeln und in alle Richtungen gehen. In einem Spital zu liegen, wo die meisten Menschen im Tessin am Coronavirus sterben, ist ein mulmiges Gefühl. Der Husten auf der Abteilung klang unheimlich. Mein Zimmernachbar hatte zwei ganz schlimme Nächte mit schwerster Atemnot. Zum Glück geht’s ihm inzwischen wieder besser. Der Aufwand für das Personal, das sich ständig umkleiden und desinfizieren musste, war der reine Wahnsinn.

Abstand und Hygiene

Unterschätzen wir dieses Virus nicht. Es ist völlig unberechenbar. Machen wir ihm das Leben schwer, indem wir Abstand halten und auf Hygiene wie Händewaschen achten. Das sind die wichtigsten Schutzmassnahmen im Alltag.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 25.06.2020.

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