Tablets schaden dem Kinderhirn

Kinder, die zu lange vor Fernseher und Tablet sitzen, haben später Schwierigkeiten beim Sprechen und Lernen. Ein Areal im Gehirn leidet besonders unter medialem Dauerkonsum. Das haben Forscher aus den USA herausgefunden.

Tablet Kind
Bild: AdobeStock, Urheber: steheap

In der Studie untersuchten Wissenschaftler des Cincinnati Children’s Hospital Medical Center 47 Kinder im Alter zwischen drei und fünf Jahren. Zuerst ermittelten sie, wie viel Zeit diese vor Bildschirmen verbrachten. Anschliessend scannten sie deren Gehirn. Dabei fanden sie Veränderungen bei jenen Kindern, die länger als die empfohlene eine Stunde täglich – und ohne elterliche Aufsicht – auf einen Bildschirm starrten. Die weisse Substanz, die Datenautobahn des Gehirns, war bei ihnen weniger stark entwickelt.

Die beobachtete Wirkung der gehemmten Vernetzung im Gehirn betraf vor allem jene Areale, welche die Entwicklung von Sprache unterstützen, steht in der im Fachmagazin JAMA Pediatrics veröffentlichten Studie. Die betroffenen Kinder schnitten schlechter in sprachlichen Tests ab. Sie verwendeten eine ausdrucksschwächere Sprache, waren langsamer bei der Benennung von Objekten und weniger weit in der Entwicklung ihrer sprachlichen Fähigkeiten.

„Das ist die erste Studie, die einen Zusammenhang belegt zwischen höherer Nutzung von Bildschirmen und einer geringen Entwicklung der Hirnstruktur und Fähigkeiten von Kindern im Vorschulalter“, sagte Hauptautor John Hutton. Dies sei daher von grosser Bedeutung, da sich das Gehirn in den ersten fünf Lebensjahren am schnellsten entwickle. „In dieser Zeit ist das Gehirn sehr formbar und saugt alles auf, wobei sich die starken Verbindungen bilden, die für den Rest des Lebens bestehen bleiben.“

Das Hauptproblem ist, dass Kinder, die viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, weniger selbst sprechen und weniger dem Sprechen anderer zuhören. Ein Zuviel an Bildschirmzeit reduziert bei Kindern auch die Gelegenheit für echtes Spielen. Kinder unter drei Jahren haben vor einem Bildschirm schlicht nichts verloren, digitales Zeitalter hin oder her.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 12.12.2019.

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