Locker und leicht starten

Aeschbacher-Diät Lektion 2. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Nach unzähligen gescheiterten Anläufen noch ein letzter Versuch, endlich dauerhaft abzunehmen.

Aeschbacher Vogelscheuche gross

Sich aufgeben und die zunehmende Körperfülle mit all ihren schlimmen Folgen einfach für den Rest des Lebens akzeptieren? Immer und überall all die negativen Blicke auf sich ziehen und den seelischen Schmerz des Ausgestossenseins still hinnehmen? Bei jeder kleinsten Anstrengung sofort ausser Atem kommen? Immer wieder Pausen einlegen, wenn es irgendwo hinauf geht? Sogar kurze, ansteigende Strecken werden zu einer riesigen Belastung. In den öffentlichen Verkehrsmitteln sich ständig durch Fahrgäste beobachtet fühlen, die sich bestimmt negative Gedanken machen, weshalb man es so weit kommen liess? Nein, das kommt nicht in Frage! Nein und nochmals Nein!

Nicht schlank, nur etwas leichter

Es muss einen Weg geben, endlich etwas weniger dick zu werden. Nicht schlank, nur etwas leichter. Die Badesaison steht vor der Tür. Wie toll wäre es, nur in ein paar kleinere Kleidergrössen zu passen. Ich wünschte mir, dass mir die Leute in der Badi nachschauen, weil ich nicht mehr so fett, sondern sichtlich schlanker geworden bin! Ich möchte mich endlich wohl fühlen in meinem Körper. Nur noch dieses eine Mal probiere ich eine Diät aus. Dieses Mal muss es doch klappen, wie bei den Frauen auch, die man in der Werbung sieht. Ich muss nur anders essen und mich mehr bewegen. Ich muss. Ich muss. Dieses Müssen belastet mich schwer. Und macht mir Angst. Die Angst vor dem nächsten, vielleicht letzten Misserfolg.

Dennoch fühle ich mich stark. Dieses Mal halte ich bestimmt durch, wenn ich eine längere Zeit weniger essen darf. Ich nehme meine ganze Kraft und meinen ganzen Willen zusammen, um meine letzte Chance zu packen. Dieses Mal werde ich endlich erfolgreich abnehmen. Ich lasse mich von niemand mehr negativ beeinflussen.

Spüren Sie diesen unendlichen Druck, den ich mir selber auferlege? Die Angst, dass es der letzte, verzweifelte Versuch sein könnte, bevor ich für immer resigniere und mich endgültig aufgebe? Sich ein letztes Mal zusammen reissen, den ganz Willen und all meine Kraft zusammen nehmen und weniger essen, weil es dieses Mal einfach gelingen muss? Das sind denkbar schlechte Voraussetzungen um abzunehmen.

Ohne Druck

Es ist toll, dass auch Sie einen neuen Anlauf nehmen. Aber bitte nicht so. Packen Sie es locker und leicht an, ohne diesen sagenhaften Druck. Sie müssen nicht schlank werden. Für die meisten von uns ist es schon mal toll, in einer ersten Phase nicht weiter zuzunehmen. Achten Sie vorerst gar nicht auf die Kilos, sondern auf irgendetwas anderes. Auf Möglichkeiten zum Beispiel, sich ohne grossen Aufwand mehr zu bewegen.

Finden Sie einen listigen Weg, um alte Gewohnheiten auszutricksen, die zum Übergewicht führten. Je weniger Sie ans Essen und an die Kilos denken und je mehr Sie ganz andere Dinge im Leben in den Vordergrund stellen, desto leichter werden Sie abnehmen. Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Reduzieren Sie Ihren Medienkonsum täglich um eine viertel oder sogar halbe Stunde und nutzen Sie diese Zeit für etwas Aktives. Schon allein diese eine Massnahme wird Ihre Kalorienbilanz auf den Kopf stellen, ohne dass Sie es merken.

Mit Tricks die alten Gewohnheiten durchbrechen

Wenn Sie zu den Naschern gehören, sollten Sie in der kritischen Zeit ein Ritual einführen, welches das Naschen überflüssig macht. Ein kurzes Bewegungs- oder Entspannungsritual oder eine Teepause mit dem Partner oder dem Arbeitskollegen zum Beispiel. Wenn Sie zu schnell essen und die Sättigung nicht spüren, zünden Sie eine kleine Kerze an und essen so langsam und gemütlich, bis die Kerze erloschen ist. Wenn Sie zu Hause sich leicht von den leckeren Dingen verführen lassen, setzen Sie den Hebel beim Einkaufen an. Wenn im Kühlschrank und anderswo keine vorgefertigten Produkte mehr herumstehen, sondern nur noch Nahrungsmittel, die man zuerst zubereiten muss, kommen Sie gar nicht in Versuchung, ungesund zu essen. Und so weiter und so fort. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf, um mit Tricks die alten Gewohnheiten zu durchbrechen.

Willen braucht es, aber er allein reicht nicht aus. Appellieren Sie deshalb nicht ständig an Ihren Willen. Und haben Sie bitte keine Angst vor Rückschlägen. Die gehören zu jeder Veränderung im Leben dazu. Nehmen Sie es locker und machen Sie sich keine Vorwürfe, wenn Sie mal trotz gutem Willen über die Stränge gehauen haben. Bestrafen Sie sich dann nicht wieder selber, indem Sie aus lauter Frust den Bettel hinwerfen und sich in die alten Gewohnheiten zurückfallen lassen. Studieren Sie lieber, mit welchen Tricks Sie in Zukunft solche Situationen vermeiden können.

So geht’s:

  • Auferlegen Sie sich keinen Druck
  • Setzen Sie sich nur kleine, machbare Ziele
  • Appellieren Sie nicht ständig an Ihren Willen
  • Lassen Sie nie das Gefühl von Verzicht aufkommen
  • Denken Sie mal einen Tag nicht ans Abnehmen
  • Stellen Sie in Ihrem Tagesablauf irgendetwas auf den Kopf
  • Tricksen Sie eine ihrer alten Gewohnheiten aus
  • Ersetzen Sie eine halbe Stunde Medienkonsum mit Bewegung
  • Führen Sie ein tägliches Entspannungsritual ein
  • Zelebrieren Sie jeden Tag eine der drei Hauptmahlzeiten
  • Kaufen Sie keine Fertigprodukte mehr
  • Machen Sie auch nach einem Ausrutscher locker weiter

Fazit:

Sich aufgeben, für den Rest des Lebens resignieren, sich einreden, die Gene lassen sich nun mal nicht verändern, ist keine Lösung. Es braucht einen neuen Anlauf, aber der Wille allein genügt nicht, mag er auch noch so gross sein. Seien Sie ein kluger Detektiv, der die alten, ungesunden Gewohnheiten aufdeckt und mit List und Verstand neue, überraschende Veränderungen in Gang setzt. Wir werden Ihnen solche fortlaufend präsentieren.

Alle anderen Lektionen der Aeschbacher-Diät finden Sie hier

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 19.07.2013.

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