Unser Vater schläft überall ein

Wenn jemand laut schnarcht und nächtliche Atemaussetzer hat, sollten die Alarmglocken läuten. Eine besorgte Leserin fragt uns um Rat.

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Symbolbild. Quelle: fotolia.de, Urheber: TeamDaf

Wir machen uns Sorgen um unseren 82 Jahre alten Vater. Wenn er irgendwo ruhig sitzt, sei es im Zug, beim Kaffee oder im Restaurant, schläft er ein. Der Arzt hat ihm ein Vitamin-Präparat verschrieben, das aber keine grossen Verbesserungen zeigt. Zu erwähnen ist, dass unser Papi starker Schnarcher ist und in der Nacht Atemaussetzer hat. Unser Hausarzt geht nicht auf seine Krankheitsgeschichte ein. Die Frage ist nun, zu welchem Facharzt unser Vater gehen müsste, damit der Ursache auf den Grund gegangen werden kann.

pallas Dr Klask Joerg 020Das sagt Dr. med. Jörg Klask, Facharzt FMH für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten, spez. Hals- und Gesichtschirurgie, Belegarzt bei den Pallas Kliniken.

Die geschilderten Symptome wie Schnarchen und Tagesmüdigkeit sind sehr verdächtig auf ein Schlafapnoe-Syndrom. Dabei handelt es sich um ein Beschwerdebild, das durch wiederkehrende Atemstillstände oder Minderbelüftung der Lunge während des Schlafs gekennzeichnet ist. Die Atemstillstände und Minderatmungen führen zu einer verringerten Sauerstoffversorgung des ganzen Körpers. Gleichzeitig kommt es zu einem Anstieg des Kohlendioxidgehalts im Blut und zu wiederholten Aufweckreaktionen. Diese führen meistens nicht zum bewussten Aufwachen, sondern lediglich zu erhöhten Körperfunktionen wie einem beschleunigten Puls und wiederholter Ausschüttung von Stresshormonen. Die normale Schlafphasenabfolge wird dadurch so gestört, dass auch die Erholungs- und Regenerationsfunktion des Schlafs massiv beeinträchtigt wird. Die Folgen von Schlafapnoe sind eine chronische körperliche Belastung und nicht erholsamer Schlaf, was zu der typischen, ausgeprägten Tagesmüdigkeit bis hin zum Einschlafzwang und Sekundenschlaf führen kann.

Ein unbehandeltes Schlafapnoesyndrom erhöht das Risiko für chronische Gesundheitsstörungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Magengeschwüre, Anstieg des Augeninnendrucks, Depressionen, Gedächtnisstörungen, Libidoverlust und so weiter. Auch die Fahrtauglichkeit kann durch ein Schlafapnoesyndrom erheblich beeinträchtigt werden.

Bei Verdacht auf ein Schlafapnoesyndrom sollte eine eingehende Schlafdiagnostik durchgeführt werden. Meistens machen das Fachärzte für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde oder Lungenfachärzte. Dazu gehört die Aufzeichnung von Atemströmung, Atemgeräuschen, Sauerstoffsättigung im Blut, Herzfrequenz, Atembewegung des Brustkorbes sowie der Körperlage zu Hause im Schlaf. Sollte das Screening auf eine behandlungsbedürftige Schlafapnoe hindeuten, wird der Patient normalerweise an ein Schlaflabor verwiesen. Bestätigt sich die Diagnose, braucht es meistens eine nächtliche Überdruckbeatmung. Dabei wird mit Hilfe einer Maske während des Schlafs ein leichter Überdruck erzeugt, welcher die Atemwege offenhält.

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 07.02.2019.

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