Vom Mittelalter lernen

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Im Mittelalter assen die Menschen viel gesünder als heute allgemein angenommen wird. Wahrscheinlich war die damalige Ernährung sogar bekömmlicher als die heute viel gepriesene Mittelmeerdiät. Zwar belief sich die Nahrungsaufnahme damals auf rund 3500 bis 4000 Kalorien, vorwiegend in Form von ganzen Brotleiben, 200 Gramm Fleisch oder Fisch und eineinahlb Liter Bier pro Tag. Zu diesen Nahrungsmitteln kamen viele Gemüse wie Bohnen oder Rüben. Kaum vorhanden waren damals hingegen sehr zucker- und fettahltige Genussmittel wie Kuchen, Schokolade oder mehlhalttige Speisen.

Weil ein durchschnittlicher Arbeitstag um die 12 Stunden dauerte und die meisten Menschen schwere körperliche Arbeit verrichten mussten, wurden die Kalorien mehrheitlich wieder verbrannt. Zum Vergleich: Die wenigsten Menschen sind heute mehr als eine halbe Stunde pro Tag körperlich aktiv. Dementsprechend niedrig ist heutzutage der Energieverbrauch, nämlich nur noch zwischen 2400 und 2700 Kalorien pro Tag. Nichtsdestotrotz ist der Verbrauch an Zucker und Fett so hoch wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte. Zudem stegit der Anteil der industriell hergestellten Nahrungsmittel stetig an. Diese auseinanderklaffende Schere zwischen Kalorieneinnahme und Kalorienverbrauch führt zwangsläufig zu einer Übergewichtsepidemie mit allen negativen Folgen wie Herzkreislaufkrankheiten und Diabetes.

Diese Zivilisationleiden waren im Mittelalter kaum bekannt. Die grössten Bedrohungen damals waren Seuchen und Infektionskrankheiten. Sie waren der Grund dafür, dass kaum jemand älter als 40 Jahre wurde.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 12.01.2013.

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