Warum jetzt alle Kefir trinken

Kefir_getraenk Bild AdobeStock, Urheber fascinadora

Immer mehr Menschen greifen zu Kefir, das zeigen diverse Trendprognosen. Das fermentierte Milchgetränk schmeckt leicht säuerlich, prickelt von Natur aus und unterscheidet sich von Joghurt durch die grosse Vielfalt an Milchsäurebakterien und Hefen. Diese Mikroorganismen wirken probiotisch und können die Darmflora unterstützen. Zusätzlich liefert Kefir Eiweiss, Kalzium und B-Vitamine.

Studien weisen darauf hin, dass Kefir nicht nur die Verdauung unterstützt, sondern auch den Blutdruck, den Blutzucker und Entzündungsmarker beeinflussen kann. Hier die aktuellsten Erkenntnisse. 

Darmflora

Eine klinische Studie mit Personen mit metabolischem Syndrom zeigte: Nach 12 Wochen täglichem Kefir-Konsum nahm nur die Häufigkeit von Actinobacteria messbar zu. Andere Bakterienstämme veränderten sich nicht deutlich. Das heisst, dass die Darmflora weitgehend stabil blieb, trotzdem verbesserten sich Blutdruck, Insulinspiegel und Entzündungsmarker.

Stoffwechsel und Entzündung

In derselben Studie sank der systolische Blutdruck. Auch die Nüchtern-Insulinwerte gingen zurück, und bestimmte Entzündungsmarker nahmen ab. Das heisst, dass Kefir nicht nur im Darm wirkt, sondern auch im ganzen Körper. Besonders Menschen mit metabolischem Syndrom, die also ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes haben, könnten profitieren.

Antimikrobielle Wirkung

Laborexperimente zeigen, dass Lactobacillus kefiri, ein charakteristisches Bakterium des Kefirs, krankmachende Keime wie Salmonella, E. coli oder Helicobacter pylori hemmen kann. Das unterstützt die Annahme, dass Kefir das Immunsystem stärken und Infektionen vorbeugen könnte.

Kefir im Krankenhaus

Auch in der Intensivmedizin wird Kefir getestet. Eine Untersuchung der Mayo Clinic im Jahr 2022 ergab, dass Patienten, die Kefir erhielten, eine stabilere Darmflora entwickelten. Der sogenannte „Gut Microbiome Wellness Index“ stieg im Vergleich zu Kontrollgruppen an. Das spricht dafür, dass Kefir selbst unter extremen Bedingungen wie einer Intensivbehandlung einen positiven Einfluss auf den Darm haben kann.

Sportliche Leistung

Eine aktuelle Studie untersuchte Sportler und Sportlerinnen. Sie zeigte, dass Kefir die Darmflora veränderte und die Ausdauerleistung steigerte. Die Teilnehmenden erzielten höhere Werte bei VO₂-Max und der Laufgeschwindigkeit.

Kognitive Effekte

Ergebnisse aus Tierversuchen weisen darauf hin, dass Kefir über die Darm-Hirn-Achse die Stimmung beeinflussen könnte. Bei Mäusen linderten bestimmte Milchsäurebakterien depressive Symptome. Ob sich das auf den Menschen übertragen lässt, ist aber noch offen.