Warum wir mehr UrDinkel essen sollten

UrDinkel Brote Bild: zvg IG Dinkel

Während 3000 Jahren war Dinkel das wichtigste Brotgetreide der Schweiz. Dann folgte im 20. Jahrhundert der Siegeszug moderner Weizensorten, die den Dinkel nahezu verdrängten. Dabei ist UrDinkel ein hervorragender Proteinlieferant und eine wichtige Quelle essenzieller Aminosäuren. Beeindruckend ist auch der gegenüber Weizen deutlich höhere Mineralstoffgehalt, speziell von Zink und Magnesium. Auch das optimale Fettsäuremuster mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren lässt sich sehen. Zudem ist UrDinkel selbst in Form von hellem Mehl reich an Ballaststoffen.

Das Korn unserer Ahnen

Bereits in der späten Steinzeit um etwa 2400 v. Chr. wuchs Dinkel in Europa. Als das Klima während der Bronzezeit ab 1500 v. Chr. feuchter und kühler wurde, setzte er sich als unkompliziertes und widerstandsfähiges Getreide mehr und mehr durch. Bald schon war Dinkel in ganz Europa verbreitet. Mit Beginn der römischen Vorherrschaft wurde der Dinkel vor allem in den Provinzen nördlich der Alpen angebaut. Für die Alemannen war Dinkel das wichtigste Getreide. Er wird deshalb auch heute noch das «Korn der Alemannen» genannt. 

Warm, nährend und kräftig

Im Mittelalter war Dinkel ein begehrtes Zahlungsmittel. Eine der ersten Dinkel-Verfechterinnen war die Äbtissin Hildegard von Bingen im 11. Jahrhundert. Sie fand in ihren zahlreichen Werken über die Heilkräfte der Natur und Pflanzen immer wieder lobende Worte für das ursprüngliche Korn. „Der Dinkel ist das beste Getreide, es ist warm, nährend und kräftig; und es ist milder als die anderen Getreidearten“, schrieb die Äbtissin Hildegard von Bingen im Mittelalter. 

Getreide mit Gütesiegel

Seit 30 Jahren setzen sich Landwirte, Müller, Bäcker und Teigwarenhersteller der Schweizerischen Interessengemeinschaft Dinkel für die Erhaltung und Förderung unserer einzigartigen Getreidekultur ein. Unter dem Gütesiegel UrDinkel bauen IP-Suisse und Bio-Suisse-Produzenten reine, unverfälschte Schweizer Dinkelsorten naturschonend an. Die Verarbeitung erfolgt dezentral in handwerklichen Röllmühlen. Unvermischt und kontrolliert wird der UrDinkel anschliessend zu feinsten Broten, Backwaren, Teigwaren und Spezialitäten verarbeitet. 

Infos, Verkaufsstellen und Rezepte finden Sie hier.

Was ist der Unterschied zwischen Dinkel und UrDinkel?
Kurz gesagt: Dinkel ist eine Getreideart, UrDinkel ist eine Garantiemarke. Die Marke UrDinkel garantiert für echten Schweizer Dinkel, der nicht mit modernem Weizen gekreuzt wurde. Die alten Sorten werden extensiv angebaut und regional verarbeitet. UrDinkel-Produkte haben einen Getreideanteil von 100% UrDinkel. Die Einhaltung des Pflichtenhefts wird auf allen Stufen von anerkannten Kontrollstellen zertifiziert. Im Gegensatz dazu genügt für Dinkel-Produkte gesetzlich ein Dinkelanteil von 50%, wobei Dinkel-Weizen-Kreuzungen auch als Dinkel deklariert werden dürfen.