Wie sage ich meinem Partner, dass er zu viel trinkt?

Alkoholmissbrauch stürzt ganze Familien ins Elend und Partnerschaften ins Aus. Der einzige Weg, um das zu verhindern, ist eine möglichst frühe Intervention. Doch wie macht man das?

Alkoholproblem Bild AdobeStock Urheber maew
Bild: AdobeStock, Urheber: maew

Eineinhalb Millionen Menschen in der Schweiz haben ihren Alkoholkonsum nicht im Griff. Das ist mehr als ein Fünftel der Bevölkerung. Und eine weitere halbe Million leidet unter dem Alkoholproblem eines Angehörigen. Nur ein paar wenige Prozent holen sich im Verlauf eines Jahres professionelle Hilfe.

Partner, Freunde oder Verwandte sollten es daher zeitnah ansprechen, wenn ihnen auffällt, dass jemand zu viel trinkt. Wichtig ist dabei, keine Vorwürfe zu machen. Sätze wie „Du trinkst zu viel“, sind kontraproduktiv. Besser ist, Ich-Botschaften zu formulieren: „Ich mache mir Sorgen um Dich.“ Oder: „Ich habe den Eindruck, dass Du bei jedem Nachtessen, zwei, drei Gläser trinkst.“

Den Süchtigen zum Nachdenken bringen

Machen Sie es unaggressiv, in einem ruhigen Moment und nicht vor anderen Menschen. Natürlich sollte das Gegenüber nüchtern sein. Denn mit Betrunkenen kann man nicht diskutieren. Alkohol enthemmt schon in kleinen Mengen und erhöht die Gewaltbereitschaft. Hören Sie sich an, was Ihr Gegenüber sagt, beharren Sie aber darauf, dass der hohe Konsum auffällt. Lassen Sie Ihren Eindruck nicht wegdiskutieren. Den Süchtigen zum Nachdenken bringen können Fragen wie: „Nicht mal mir zuliebe willst Du weniger trinken?“

Hartnäckig bleiben

Ob schon das erste Gespräch zu einem Fortschritt führt, ist offen. Oft macht der Betroffene anfangs komplett zu oder bagatellisiert sein Problem. Dann sollte man besser einen neuen Anlass suchen. Wichtig ist, hartnäckig zu bleiben. Man kann sich auch gezielt zu einem Gespräch verabreden: „Lass uns heute mal zusammensitzen, ich muss etwas Wichtiges mit Dir besprechen.“ Oder man spricht das Thema ganz beiläufig und entspannt daheim an.

Entscheidend ist, seine Bedenken schon möglichst früh zu äussern. Sonst schlittert man, ohne dass man es selbst oder das Umfeld merkt, in die Abhängigkeit. Ein gutes Vorgehen ist das Angebot an den Partner, gemeinsam eine gewisse Zeit lang ohne Alkohol auszukommen. „Ich unterstütze Dich gern.“ Solche Sätze sind gute Gesprächsöffner.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 10.09.2020.

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