Wie überwinde ich die Angst, wieder zu scheitern?

Minus 25 Kilo. Andrea Imholz aus Seedorf erzählt, wieso das Abnehmen beim x-ten Anlauf plötzlich geklappt hat und gibt Tipps, um der Negativspirale von Selbstmitleid zu entrinnen.

Scheitern Andrea Imholz

Wie überwinde ich die Angst, zum wiederholten Mal zu scheitern? Eine gute Frage. Ehrlich gesagt, ich weiss nicht genau, wie ich sie beantworten soll. Gibt es das passende Rezept? Den supermega Trick? Keine Ahnung. In meinem Fall stimmte einfach alles zusammen und ein Schritt führte zum nächsten. Schicksal vielleicht? Der richtige Zeitpunkt?

Ich hatte ja nichts mehr zu verlieren. Also warum nicht diese Chance nutzen und – in meinem Fall – den Schrittzähler bestellen? Wenn ich es nicht wage, etwas zu verändern, dann kann sich meine Situation auch nicht bessern und ich nerve mich weiter, oder bin traurig und enttäuscht. Bleibe ich in der Dauerschleife „Wieso soll es dieses Mal funktionieren?“ hängen, dann ist schon die Einstellung dazu für d’Füchs.

Ich wollte etwas verändern, also gab ich mein Bestes, positiv an dieses Neue heranzugehen. Ich musste die Euphorie förmlich spüren und mich richtig darauf freuen, mein Leben umzukrempeln. Dann wusste ich, dass ich auf einem guten Weg bin. Mir half es enorm, dass ich viele liebe Leute um mich hatte, mit denen ich meine Gedanken, Sorgen und Ängste besprechen konnte.

Der Weg aus dem Selbstmitleid

Schluss mit dem Selbstmitleid, das viele Menschen mit Übergewicht jahrelang mit sich herumschleppen, ohne zu merken, in welchem selbstgewählten Gefängnis sie stecken. Ein häufiger Grund dafür, dass viele Menschen beim Abnehmen scheitern, ist Selbstmitleid. Es ist verantwortlich dafür, dass ein verhängnisvoller Teufelskreis aufrechterhalten wird. Wer sich selber bemitleidet, ist in negativen Gedanken gefangen und fühlt sich als Opfer schwieriger Umstände, vernachlässigt und ungeliebt. Er wird immer mutloser, passiver, ja sogar depressiv und zieht sich zurück. Mit jeder gescheiterten Diät sieht er sich in seinem Selbstmitleid bestätigt und resigniert. Aus einem Gefühl von Frust und Schmerz bestraft er sich selber, indem er noch mehr und vor allem noch ungesünder isst und dadurch noch mehr zunimmt. Der Gang auf die Waage und der Blick in den Spiegel geben ihm recht: Ja, ich bin ein Versager, ich bin nichts wert, ich bin unansehnlich, niemand mag mich, ich mich selber schon gar nicht.

Geben Sie Ihrem Leben eine positive Wende. Wie der Ausbruch gelingt, lesen Sie weiter unten.

Müesli-Brot (Backmischung)

So gelingt der Ausbruch:

  • Schreiben oder reden Sie sich einmal den ganzen Frust über das Übergewicht und alle bisherigen Diäten vom Leibe.
  • Stoppen Sie in Ihren Gedanken die elende Spirale aus Selbstmitleid und Selbstverachtung.
  • Ersetzen Sie die negativen Selbstgespräche nach und nach durch selbstbejahende innere Dialoge.
  • Geben Sie nicht den Umständen und den Genen die Schuld. Sie haben es in der Hand, sich selber zurück ins Leben zu katapultieren.
  • Es ist allein Ihr Entscheid, etwas in Ihrem Leben zu verändern.
  • Sie müssen überhaupt nichts. Sie dürfen, weil Sie und nur Sie es wollen.
  • Sie interessieren sich wieder für andere, vergessen geglaubte Dinge.
  • Sie bewegen sich wieder mehr, weil es Ihnen Freude macht, nicht, weil Sie müssen.
  • Wenn Sie auch schon nur 5000 Schritte am Tag machen, sind Sie sofort weniger anfällig auf emotionales Essen.
  • Machen Sie kleinste Schritte zur Veränderung, auch wenn es Ihnen schwerfällt, daran zu glauben, dass es hilft.
  • So machen Sie die Erfahrung: Ich bin meinen Gefühlen nicht hilflos ausgeliefert, sondern kann etwas aus eigener Kraft verändern.
  • Pflegen Sie einen gelasseneren Umgang mit Ihren Gedanken und Gefühlen. Das schafft die innere Freiheit für Veränderungen.
  • Verabschieden Sie sich von Begriffen wie „sich zusammenreissen“. Selbstquälerei und Selbstverachtung sind für das Scheitern von Diäten verantwortlich.
  • Nehmen Sie Abstand von den unseligen Diäten und Gewichtsprogrammen, welche die Teilnehmer dazu auffordern, ihre Kalorienaufnahme zu bilanzieren, Nahrungsmittel abzuwägen und genaue Essvorschriften einzuhalten.
  • Schenken Sie vielmehr der Freude am Essen Ihre volle Aufmerksamkeit. Machen Sie das Essen wieder zu einem Erlebnis und zelebrieren Sie die Mahlzeiten.
  • Und tun Sie etwas Ungewöhnliches und brechen Sie aus dem gewohnten Alltagstrott aus. Das kann ein überraschendes Wochenende sein, ein anderer Arbeitsweg, eine anders gestaltete Mittagspause, ein Spaziergang um Mitternacht im Mondschein vor dem Zubettgehen und so weiter.
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 11.02.2021.

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