Zeckenkrankheiten in der Schweiz – das müssen Sie wissen

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  • Zecken können verschiedene Krankheitserreger auf den Menschen übertragen.
  • In der Schweiz sind vor allem die Borreliose, FSME und Tularämie von Bedeutung.
  • Jährlich werden bis zu 400 Fälle von FSME verzeichnet, geschätzt etwa 20x mehr Fälle von Borreliose und etwa halb so viel Fälle von Tularämie.
  • Zecken kommen in der ganzen Schweiz unterhalb von ca. 1500müM vor, Tendenz steigend. Die Risikogebiete von Borreliose und Tularämie umfassen die ganze Schweiz, bei der FSME gilt bisher nur das Tessin nicht als Risikogebiet.
  • Die Klimaerwärmung begünstigt die geographische Verbreitung der Zecken und auch die Stechaktivität. Die Zeckensaison hat sich deutlich verlängert. Die ersten Zeckenkrankheiten werden bereits im Feb/März gemeldet, die letzten im Okt/Nov.
  • Zecken stechen. Sie beissen nicht.
  • Ein Zeckenstich gilt in der Schweiz als Unfall, Behandlungen werden deshalb über die Unfallversicherung abgerechnet.
  • Die FSME ist eine virale Erkrankung, wofür es keine ursächliche Behandlung gibt. 5 – 15 % der Angesteckten entwickeln neurologische Symptome, von diesen sterben ca. 1%.
  • Gegen FSME kann geimpft werden. Die Grundimmunisierung umfasst 3 Dosen, danach wird alle 10 Jahre eine Auffrischimpfung empfohlen.
  • Die Borreliose, eine bakterielle Erkrankung, wird klinisch diagnostiziert und kann antibiotisch behandelt werden. Serologien sind meist nicht verwertbar und wenig aussagekräftig. Eine Impfung ist in der Pipeline.
  • Die Tularämie, die Hasenpest, ebenfalls eine bakterielle Erkrankung, wird mit Antibiotika behandelt. Eine Impfung dagegen gibt es nicht.
  • Vorbeugung: In allen Fällen ist auf einen guten Insekten-/Zeckenschutz durch angemessene Kleidung und Insektensprays zu achten. Personen mit einem Risiko für Zeckenstiche sollten sich gegen FSME impfen lassen. Besonders auf die Impfung aufmerksam machen sollte man Seniorinnen und Senioren, da diese in der Freizeit oft in der Natur unterwegs oder im Garten beschäftigt sind und beim Impfen oft vergessen gehen. Auch Hunde- und Katzenhalter sollten sich impfen lassen, da diese Haustiere oft Zecken nach Hause tragen.
  • Nach dem Aufenthalt in Zeckengebieten sollte man sich absuchen und allfällige Zecken sofort entfernen. Zeckenpinzette oder -karte, Zecken nicht quetschen und nicht mit Öl oder Salz übergiessen. Die Stichstelle soll dann desinfiziert und mit einem Kugelschreiber umkreist werden, um sie in den nächsten Tagen zu beobachten und eine allfällige Wanderröte festzustellen. Die Wanderröte ist das Zeichen einer Borreliose im klinischen Stadium I und bedarf einer antibiotischen Behandlung.

Dr. med. Svend Capol, Senior Consultant, Sprechstunde für Reisemedizin und Impfungen,
Zuger Kantonsspital, Medizinischer Leiter Emeda – Die Heimärzte, Mitglied der EKIF