Zwei Funken Hoffnung im Lockdown

Die Isolation macht faul und depressiv. Wir vermissen Kontakte und Inspiration. So gelingt es, der Abwärtsspirale zu entkommen.

Neugier Bild AdobeStock Urheber Photocreo Bednarek
Bild: AdobeStock, Urheber: Photocreo Bednarek

Während der erste Lockdown für manche immerhin mal etwas anderes war, ist der Zweite einfach nur nervtötend. Die soziale Isolation treibt die Lebensfreude aus, wie ein kalter Wind von den Fingerspitzen her langsam den Körper kühlt. Die eigenen vier Wände sind längst entdeckt und ausgemistet. Brot selber backen ist so 2020. Tage fliessen ineinander, man wird schwerfällig, verfällt in Zynismus und scheint täglich auf etwas zu warten.

Die einzige Hoffnung sind die schimmernden Bildschirme. Doch am Ende der Portale zur grossen weiten Welt wartet meist auch nur ein Hamsterrad aus Nachrichten, Facebook und ein paar Videos. Ohne soziale Interaktion fehlt dem Menschen die Inspiration, um Neues zu denken. Es fehlt der Antrieb, Dinge zu tun, die Sinn machen. Wir brauchen dringend hochwertiges Futter für den Geist.

Einen Funken Mut

Seit das öffentliche Leben im künstlichen Koma liegt, ist der Alltag vorhersehbar. Es fehlen zufällige Bekanntschaften und überraschende Eindrücke. Singles können ein Lied davon singen, aber auch für alle anderen bedeutet das Verschwinden des Zufalls, dass viel weniger Neues passiert. Die Endlosschlaufe des Immergleichen ist Gift für die Kreativität. An der Stelle des Zufalls braucht es ein bisschen Mut und einen Funken, der die Neugier entfacht und wieder die Lust weckt, etwas zu machen. Vielleicht ist dieser Funke im nahegelegenen Wald oder auf einer virtuellen Ausstellung.

Abseits der ausgetretenen Routen

Spaziergänge sind die Erlebnisse der Stunde, doch sie führen oft über dieselben Wege. Auf komoot.ch gibt man Start und Ziel eines Spaziergangs oder einer Wanderung ein und der Routenplaner sucht den schönsten oder schnellsten Weg. Selbst jene, die glauben, ihre Stadt und ihre Wälder auswendig zu kennen, werden neue Gassen und Pfade entdecken. Komoot hält auch zahlreiche kleine Sehenswürdigkeiten in der unmittelbaren Umgebung bereit, die sich spielerisch in die Wanderung einbauen lassen. An diesen Orten hat es oft auch einige Menschen, die zurzeit gesprächiger sind als sonst.

Rundgang durchs Taj Mahal

Mit Google Arts & Culture ist es kinderleicht, virtuelle Ausstellungen und Museen zu besuchen. Das Kunsthaus Zürich stellt beispielsweise Gemälde von Segantini oder die Gotthardpost von Rudolf Koller aus. Junge Künstlerinnen und Künstler bieten erzählte Spaziergänge durch die Malerei und Anleitungen zum Selbermachen. Ausserdem gibt es für zahlreiche Destinationen, wie das Taj Mahal in Indien, animierte, dreidimensionale Rundgänge.

Diese Tipps werden die Isolation nicht revolutionieren, doch sie versprechen Überraschungen, auch wenn sie noch so klein sind. Schliesslich sind es die scheinbar kleinen Dinge, die zurzeit fehlen und allzu oft am Anfang von etwas Grösserem stehen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 11.02.2021.

Kommentare sind geschlossen.