Startseite » Lektionen » Aeschbacher-Diät » Sich mehr Sorge tragen

Sich mehr Sorge tragen

Aeschbacher-Diät Lektion 145. Seien wir mal ehrlich. Eigentlich liesse sich Übergewicht weitgehend vermeiden, würden wir nur einen Bruchteil jener Energie und Zeit für unsere Gesundheit aufbringen, die wir für weit weniger wichtige Dinge verschwenden.

sorge-tragen

Jedes Haushaltgerät hat eine Bedienungsanleitung. Jedes Kleidungsstück will gepflegt werden. Und jedes Make-up braucht Zeit. Und was ist mit unserem Körper? Mit der Gesundheit? Mit der Ernährung? Viele Menschen gehen mit sich selber so gedanken- und sorglos um, dass schon der blosse Anblick weht tut. Würde man so nachlässig zu einem Auto schauen, müsste es augenblicklich aus dem Verkehr gezogen werden.

Zwei Drittel der Bevölkerung bewegen sich zu wenig. Bereits ab vier Stunden Sitzen pro Tag erhöht sich das Risiko für Übergewicht mit seinen Folgekrankheiten massiv. Drei Viertel aller über 60-Jährigen kommen schon bei leichten körperlichen Anstrengungen ausser Atem. Viele Übergewichtige haben einen Magen, der bis um das Dreifache vergrössert ist. Das sind wahrlich keine schmeichelhaften Befunde.

Stress und negative Gefühle nicht mit Essen verarbeiten

Viele Menschen haben nie gelernt, achtsam gegenüber sich selber zu sein und ihre Bedürfnisse wahrzunehmen. Sie leben abgeschnitten von ihrer inneren Gefühlswelt. Sie haben ein sehr einfach gestricktes Verständnis von ihrem Körper und ihrer Seele und verarbeiten Stress, unangenehme Erlebnisse und negative Gefühle mit Essen. Sie können das Essen nicht planen, sondern lassen sich steuern vom Appetit. Sie rasen von einer Tätigkeit zur nächsten, haben nie Zeit und stopfen etwas in den Mund, ohne zu wissen, was es ist.

Ein höheres Gewicht zu haben ist für viele Menschen immer noch normal, vor allem im Alter. Speziell übergewichtige Männer schätzen sich noch als normalgewichtig ein, während sich Frauen mit dem gleichen Übergewicht schon als zu dick erleben.

Bauchfett gefährdet lebenswichtige Organe

Fett am und im Bauch ist nicht nur optisch unvorteilhaft und schränkt die Beweglichkeit im Alltag und im Bett ein, sondern gefährdet in höchstem Masse die lebenswichtigen Organe. Fett ist nicht nur ein Speicher, sondern es produziert Botenstoffe, wodurch Entzündungsprozesse im ganzen Körper in Gang gesetzt werden, die den Stoffwechsel, die Arterien, das Herz und in zunehmendem Mass auch die Leber schädigen.

Weshalb also trotzig am ungesunden Lebensstil festhalten, anstatt ihn kritisch zu hinterfragen und ein paar Dinge im Leben zu ändern?

So geht’s:

  • Der Bauchumfang ist das Mass aller Dinge. Er ist die Lizenz für Gesundheit.
  • Von der WHO wird für Männer ein Bauchumfang unter 94 Zentimeter und für Frauen unter 80 Zentimeter empfohlen.
  • Um den Bauchumfang zu messen, sollte man am Morgen vor dem Frühstück unbekleidet vor dem Spiegel das Messband am entspannten Bauch dort anlegen, wo der Bauch den grössten Umfang hat, meist in Nabelhöhe.
  • Ein dicker Bauch ist kein Zeichen von Wohlstand, Reichtum und Leistung, sondern von Unachtsamkeit.
  • Um auch nach 50 ein gutes Leben zu haben, muss sich der Mensch entscheiden: Will ich gedankenlos leben oder will ich zu mir schauen?
  • Schon nur mit mehr Alltagsbewegung nehmen Körpergewicht, Hüftumfang, Blutdruck sowie die wahrgenommene Anstrengung deutlich ab.
  • Langsame Esser werden nicht nur besser satt, sondern nehmen auch viel weniger Kalorien auf.
  • Schnellesser nehmen im Schnitt pro Mahlzeit rund 70 Kilokalorien mehr zu sich als Langsamesser. Bei drei Mahlzeiten sind das immerhin 210 Kilokalorien pro Tag.
  • Mahlzeiten zur Schlafzeit führen zu einer deutlich stärkeren Gewichtszunahme als Nahrungsaufnahme zur Wachzeit.
  • Menschen, die abnehmen wollen, sollten demnach eher früh zu Abend essen und nächtliche Snacks vermeiden.
  • Kontraproduktiv sind Kalorienzählen und eine rigide Kontrolle des Essverhaltens.
  • Eine herkömmliche Diät ändert nichts an der Ursache des Übergewichts, sondern setzt mit der Verknappung des Nahrungsangebotes das Gehirn nur noch mehr unter Stress.
  • Achtsames Essen hilft, auf die Körpersignale zu vertrauen und das natürliche Gefühl von Hunger und Sättigung zurückzugewinnen.
  • Durch achtsames Essen sinken die Kalorienzufuhr und der Anteil fett-, salz- und zuckerhaltiger Nahrung automatisch.
  • Achtsamkeit erfordert regelmässige Praxis. Kultivieren Sie das Essen als bewusstes Erlebnis. Decken Sie den Tisch mit Sorgfalt und mit viel Liebe.
  • Nehmen Sie sich jeden Abend vor dem Zubettgehen Zeit, um sich mindestens an drei angenehme Ereignisse des Tages zu erinnern. So können Sie Ihre Achtsamkeit schulen.

Fazit:

Auf eine ausgewogene Ernährung und das Gewicht achten hat nichts mit einer übertriebenen Körperkultur und einem gefährlichen Schlankheitswahn zu tun, sondern bedeutet nur ein Mindestmass an Achtsamkeit und Fürsorge für sich selber und seine Gesundheit.

Alle anderen Lektionen der Aeschbacher-Diät finden Sie hier