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Ein Schub Müdigkeit

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Völlig aus dem Gleichgewicht und so unendlich müde. Sandra Rosica möchte einfach nur schlafen.

Erst vor fünf Jahren erhielt die 42-Jährige aus Widen AG die Diagnose und gleichzeitig ging ihr ein Licht auf: Waren das etwa Krankheitsschübe, die sie früher schon kurz nach der Geburt ihres ersten Sohnes gehabt hatte? Bereits beim Auflösen der Wohnung war ihr so schwindlig, fühlte sie sich schwach und müde und hatte kaum einen Schritt tun können. Das sei eben nach einer Schwangerschaft normal, hatte sie die Symptome abgetan. Nach der zweiten Geburt dasselbe: «Mir war schwindlig und ich liess mein Kind beinahe fallen, weil mir die Kraft fehlte, es richtig zu halten. Nach zwei Wochen war ich wieder auf den Beinen», sagt Sandra Rosica. Dass sie auch nachher mit Baby und Kleinkind immer sehr abgeschlagen war, schien niemanden zu erstaunen. Logisch, die Umstellung vom Paar zur Familie ist kein Zuckerschlecken. Dass sie beim ersten Testen von Carving-Skis aus dem Gleichgewicht geriet, überraschte ebenfalls nicht. «Ich fühlte mich mit den neuen Skiern unsicher. Nach jahrelanger Wintersportpause war das doch normal.»

Niemand dachte zu dem Zeitpunkt an Multiple Sklerose. Doch die Müdigkeit nahm Überhand, dominierte immer mehr den ganz normalen Alltag: «Ich tat etwas Kleines und war erschöpft. Ich kämpfte dagegen an. Beim Arbeiten konnte ich mich überwinden, doch zu Hause war der Wunsch, mich hinzulegen, einfach grösser. Ich hatte weder Kraft noch Antrieb, selbst nach dem Schlafen war ich todmüde.

«Eines Morgens wachte ich mit einer tauben Stelle im Gesicht auf; von aussen sah man nichts. Einzig das komische Gefühl blieb. Da merkte ich, dass es mir guttut, wenn ich eine Mütze überziehe. Das tat ich auch im Büro, worauf meine Kolleginnen meinten, ich solle die Empfindungsstörung abklären lassen. Man dachte an Zeckenbiss, an bakterielle Ursachen. Als ich vom Schwindel berichtete, drängte mich die Ärztin zum MRI. Ich suchte im Internet, hoffte, dass es kein Hirntumor sei und war fast erleichtert, als man mir sagte, ich hätte MS.»

Mit Medikamenten hat Sandra Rosica die Krankheit so im Griff, wie man MS im Griff haben kann. Was bleibt sind Gleichgewichts- und Empfindungsstörungen sowie Fatigue, wie die dauernde Müdigkeit genannt wird. Von aussen auf den ersten Blick nicht erkennbar, aber innendrin ein steter Kampf. Wenn die Mutter Ruhe braucht, müssen die beiden Buben draussen oder bei ihren Gspänli spielen. «Mami ist oft sehr müde und mag dann kaum mit uns reden», sagt Sohn Samuel, 11. Und auch der 8-jährige Noah weiss, dass er nicht viel Lärm machen darf, wenn seine Mutter sich erholen muss. Sandra Rosica ist deshalb für die Hilfe der Schweizerischen Multiple Sklerose Gesellschaft dankbar. Dann, wenn beide Kinder im Camp der MS-Gesellschaft sind. Eine Woche lang hat die Mutter Zeit für sich zum Auftanken und kein schlechtes Gewissen, dass ihre Kinder phasenweise auf sich alleine gestellt wären, denn im Camp sind sie in guten Händen und unter ihresgleichen. «Es ist nicht einfach, die Kinder zu Hause jeden Tag im Griff zu haben, wenn man selber auf den Felgen ist. Ich muss bei der Erziehung ganz besonders gut darauf achten, dass mein Zustand nicht ausgenutzt wird. Darum bin ich dankbar, dass ich eine Diagnose habe, und dass ich mit Medikamenten und Hilfe von aussen in den meisten Fällen alles recht gut im Griff habe.»

Helfen Sie uns

Die Schweizerische Multiple Sklerose Gesellschaft möchte MS-Betroffenen und ihren Familien das Leben im Alltag erleichtern.

Im Alltag unterstützen, bei medizinischen, pflegerischen, sozialen und psychologischen Fragen rund um die MS unter die Arme greifen, die Folgen der Krankheit erträglicher machen. Das sind die Ziele der Schweizerischen Multiple Sklerose Gesellschaft. MS kann jeden treffen. Hinter jeder Krankheit steht ein Mensch mit ganz unterschiedlichen Einschränkungen, mit eigenen Empfindungen, eigenen Bedürfnissen und einer eigenen Geschichte. Die MS-Gesellschaft bietet passende Hilfe an, für alle von MS Betroffenen in der ganzen Schweiz.

Zum Beispiel führt sie im Sommer einwöchige Feriencamps für Kinder und Jugendliche von betroffenen Eltern durch. Je eines in Lutry VD und Schönenberg ZH. Wenn der Vater plötzlich auf Hilfe angewiesen oder die Mutter zu müde zum Mitspielen ist, löst dies bei Kindern Ängste und Fragen aus. Kinder aus Familien mit einem an MS erkrankten Elternteil sind oft stark belastet. Die körperlichen Einschränkungen des Vaters oder der Mutter haben auch einschneidende Auswirkungen auf die Kinder. Diese Kindercamps machen Spass und für die Kinder ist es eine gute Möglichkeit, sich mit Gleichaltrigen in ähnlicher Situation auszutauschen. Sie realisieren, dass sie mit ihrem Schicksal nicht alleine sind.

Damit die MS-Gesellschaft ihre vielfältigen Aufgaben wahrnehmen kann, ist sie auf Spenden angewiesen. Mit Ihrer Spende leisten Sie einen entscheidenden Beitrag dazu, dass die MS-Gesellschaft zuverlässige Partnerin und Anlaufstelle für Menschen mit MS und deren Familien sein kann. Postkonto 80-8274-9

www.multiplesklerose.ch