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Ich würde es wieder tun

Beinahe wäre sie vor Angst vom Operationstisch gesprungen. Doch dank dem Augenlaser-Eingriff gelingen Kitesurferin ­Manuela Jungo jetzt wieder ganz andere Sprünge.

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«Ich muss an nichts mehr denken, was mit den Augen zu tun hat. Muss am Morgen nicht zuerst ins Bad, um meine Linsen einzusetzen. Muss am Abend keine Prozedur machen, um sie wieder herauszunehmen. Muss keine Brille suchen, muss keine Pflegeprodukte mit mir herumschleppen. Brauche weder Vorräte an Ersatzlinsen noch Augentropfen, wenn ich auf der World-Tour bin. Egal, was ich tue: Ich fühle mich unbeschwert und frei.»

Abhängigkeit statt Freiheit

Vor der Laseroperation war das ganz anders: Die Brille störte beim Sport, die Kontaktlinsen gingen im Salzwasser verloren. Training und Wettkampf wurden zum Geduldsspiel, die Fehlsichtigkeit zum Handicap. Abhängigkeit statt grenzenlose Freiheit. Das passte nicht zu Manuela Jungo.

Mit 14 merkte sie, dass etwas nicht stimmte. «Was an der Wandtafel stand, sah ich nur noch verschwommen. Schleichend wurde es schlechter, doch ich schwieg, weil ich keine Brille wollte. Wenn mich die Lehrerin aufrief, versuchte ich so zu antworten, dass niemand etwas merkte. Erst im Vorfeld der Autofahrprüfung konnte ich meine Kurzsichtigkeit nicht mehr verschleiern. Der Optiker entdeckte den Sehfehler und prompt hatte ich mit 18 ein Gestell auf der Nase. ‹Scheisse› dachte ich. Nun habe ich obendrein den Eintrag im Führerausweis.»

Das Brillen-Abenteuer währte indes nicht lange. «Ich wechselte auf Kontaktlinsen. Doch überzeugend war auch das nicht. Am Anfang hatte ich dauernd gerötete Augen. Ich weiss: Die Kontaktlinsen sollte ich nicht den ganzen Tag tragen. Ich tat es trotzdem, weil mir beim Sport das Prozedere mit Linsenmittel, Ersatzlinsen und Zeitverlust immer mehr auf die Nerven ging. Während meine Kolleginnen schon unbeschwert und fröhlich miteinander weiterzogen, musste ich mich noch um meine Augen kümmern.»

Grenzenloses Vergnügen

Manuela Jungo ist 33 Jahre alt und zählt zur Schweizer Elite im Kitesurfen. Vor 12 Jahren hat sie der Virus gepackt. Kitesurfer lieben das Wasser und den Wind. Von einem Drachen – dem Kite – lassen sie sich ziehen und fahren einen vorgegebenen Parcours über verschiedene Hindernisse oder zeigen waghalsige Sprünge. Es spritzt, es windet, man taucht ab, taucht wieder auf. Manuela Jungo beherrscht die Arbeit an den Seilen. «Das ist grenzenloses Vergnügen», sagt sie. Eher zufällig sei sie auf die Sportart aufmerksam geworden, bei einem Sprachaufenthalt in ihrer Traumdestination Hawaii. «Ich wollte mein Englisch verbessern und auch ein bisschen Freizeit geniessen. Da begegneten mir an einem schneeweissen Strand ein paar Kiter. Als begeisterte Snowboarderin fand ich diese Mischung aus Surfen und Drachenfliegen megacool. Zurück in der Schweiz begann ich mit meinem Wirtschaftsstudium, doch der Gedanke ans Kitesurfen liess mich nicht mehr los. Schon in den nächsten Semesterferien suchte ich mir eine Praktikumsstelle in der Dominikanischen Republik, nur, um in der Freizeit das Kitesurfen zu erlernen. Immer um 14 Uhr, wenn der Wind zu blasen begann, war ich mit dem Kite am Strand.»

Der Sport braucht viel Platz und Wind. Kann man in der Schweiz kitesurfen? Manuela Jungo: «Auf unseren Seen ist es tatsächlich schwierig. Man muss fortgeschritten sein, weil es viele Hindernisse hat. Der Silvaplanersee ist noch am besten geeignet. Er gilt als Schweizer Kitesurf-Mekka, weil der Wind an fünf von sieben Tagen gut ist. Man braucht auch einen guten Zugang ins Wasser, denn die Leinen zum Drachen sind rund 25 Meter lang. Da kommen bei uns echt nicht viele Orte in Frage. Deshalb bin ich ja auch viel im Ausland unterwegs. Am schönsten ist es auf dem Meer, bei Wind und Wellen. Ich war drei Jahre im Freestyle. Da geht es um Tricks und akrobatische Sprünge. Beim Race lockt die Geschwindigkeit auf einer abgesteckten Strecke. Dann gibt es noch den High-Jump-Contest. Da geht es um die höchsten Sprünge oder gute Manöver wie Kite-Loop oder Drehung. Neu fahre ich jetzt in der World-Tour der Kite-Park-League über schwimmende Rampen und um Hindernisse.»

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Respekt aber grosses Vertrauen

Zuvor war da aber noch das Hindernis mit ihren Augen. «Unzählige Kontaktlinsen habe ich im Salzwasser verloren. Es brannte, es kratzte, es tat weh. Ich habe alle Arten von Linsen ausprobiert. Sogar solche mit UV-Schutz. Doch mit keiner einzigen war ich wirklich happy. Und dann habe ich mich in der Schweiz über Laseroperationen informiert und mit Leuten gesprochen, die schon eine solche Operation haben machen lassen. Ich hörte nur Gutes, und trotzdem hatte ich Respekt. Ich wusste ja nicht, wie das geht, und ob etwas passiert. Da muss man zum Chirurgen schon grosses Vertrauen haben. In den Pallas Kliniken erklärte man mir alles ganz genau. Auch, dass die Risiken klein seien. Aber was, wenn es ausgerechnet mich trifft? Als ich auf dem Operationstisch lag, dachte ich noch, ob ich lieber wegrennen soll. Doch da musste ich nun durch und ehrlich: Es war überhaupt nicht schlimm. Der Eingriff ging schnell vorbei und das Resultat ist fantastisch.»

Ich kann den Eingriff empfehlen

«Gleich nach der Operation sah ich zwar noch verschwommen. Gegen das Blenden gab man mir eine dunkle Sonnenbrille, zur Heilung spezielle Augentropfen und mit ein paar Tabletten waren bald auch die Schmerzen weg. Noch heute fragen mich andere Sportler, ob ich den Eingriff empfehlen kann. Dann sage ich voller Überzeugung: Es hat sich zu hundert Prozent gelohnt. Ich würde es wieder tun.»

Ohne Berührung

Prof. Maya Müller vom Chefarztgremium der ­Pallas Kliniken über die Methode, mit der Manuela Jungo operiert wurde.

Berührungslos operieren? Wie soll das gehen? Prof. Maya Müller: «Die Methode nennt sich Transepitheliale Photorefraktive Keratektomie, kurz TransPRK. Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine lasergesteuerte, sehr schonende Operation. Von Hand wird nur der Lidöffner positioniert, damit das Auge während des Eingriffs nicht zufällt. Alles andere macht der hochempfindliche und präzise Laser. Er tastet die Oberfläche des Auges ab und trägt die Zellschichten der Hornhaut ab. Mit dem Laser ist der Zellverlust in der Hornhaut geringer. Das ist positiv, denn je weniger Zellen abgetragen werden, desto schneller kann sich die Hornhaut regenerieren, und desto schneller verläuft die Heilung. Ist die Oberfläche bearbeitet kommt der eigentliche Abtrag an der Hornhaut. Alles läuft berührungslos ab. Wir wenden die TransPRK gerne bei Sportlern wie Manuela Jungo und anderen sehr aktiven Menschen an, die auch einmal damit rechnen müssen, dass sie einen Schlag aufs Auge bekommen. Auch bei Menschen, deren Horn­hautoberfläche sehr unregelmässig ist. Der Heilungsprozess dauert zwar einen Moment länger im Vergleich zur Methode mit dem Femto-Laser, doch dafür ist das Auge nachher sehr stabil und weniger empfindlich.»

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Kontakt und Information

Prof. Dr. med. Maya Müller
Chefärztin, Fachärztin FMH
für Ophthalmologie,
spez. Ophthalmochirurgie
Pallas Klinik Zürich

Telefon 058 335 00 00
zuerich@pallas-kliniken.ch
www.pallas-kliniken.ch