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Im Herbst sind die Haare am empfindlichsten

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Prof. Ralph M.Trüeb vom Haarcenter in Wallisellen sagt, warum sich Männer mit Glatze nicht zu genieren brauchen und was Frauen mit Haarproblemen am besten hilft.

Er weiss sehr viel über Haare, und er kann davon leben, dass den Menschen die Haare ausfallen. Er selber blieb bisher davor verschont, wohl anlagebedingt. Prof. Ralph M. Trüeb ist schlicht der Spezialist, wenn es in der Schweiz um Haare geht. Das wird auch sofort klar, wenn man seine neue, durchgeplante und durchgestylte Praxis im Zentrum Wallisellen besucht. Lichtdurchflutete Räume, modernes Inventar, medizintechnische Einrichtungen vom Feinsten und eine Vitrine mit seinen zahlreichen Publikationen und internationalen Auszeichnungen. Nichts erinnert mehr an die engen und dunklen Büros des Zürcher Universitätsspitals, wo Prof. Trüeb die Haarsprechstunde aufgebaut hatte und jahrelang leitete. Heute beraten er und sein Mitarbeiter Dr. Simon Koch zwischen 100 und 200 Haarpatienten pro Woche, so viele wie wohl keine andere Arztpraxis.

Die Haare sind sehr stark mit Gefühlen besetzt

Expertenbild Haare_wpEr selber wirkt überlegt und über der Sache stehend, wie es sich für einen Professor gehört. Sein Fach hingegen ist voller Emotionen, für die Betroffenen wenigstens. «Die Haare sind sehr stark mit Gefühlen besetzt, besonders wenn sie nicht mehr dem Schönheitsideal entsprechen oder sogar ausfallen», sagt Prof. Trüeb. Und das blüht zeitlebens drei Viertel der Männer und einem Drittel der Frauen, Tendenz steigend, weil mit der höheren Lebenserwartung Haarprobleme immer häufiger werden. Während rund die Hälfte der Männer Haarausfall mehr oder locker verkraften kann, empfinden ausnahmslos alle Frauen Haarverlust als psychisch stark belastend. Für jene Hälfte des männlichen Geschlechts, die unter ihrer schütteren Haarpracht leidet, wirft Prof. Trüeb einen tröstenden Blick in die Tierwelt: «Es gibt eine Affenart, die Stummelschwanzmakaken, deren Männchen wie ihre aufrechtgehenden Genossen unter anlagebedingtem Haarverlust leiden, im Fachjargon androgenetische Alopezie. Man hat herausgefunden, dass die Glatzenträger unter den Stummelschwanzmakaken für Weibchen sexuell attraktiver sind als ihre vollbehaarten Kollegen. Deshalb haben Männer mit Glatzen nicht unbedingt einen Wettbewerbsnachteil, sondern können sogar trendy wirken, vorausgesetzt, sie integrieren die Glatze in ihr Styling. Grundsätzlich gilt: je weniger Kopfhaare, desto kürzer sollte man sie tragen.»

Häufigste Ursache ist anlagebedingt

Was sind neben der steigenden Lebenserwartung die Gründe für Haarausfall? «Die weitaus häufigste Ursache ist anlagebedingt. Die Natur hat nun einmal nicht mehr vorgesehen, dass wir zeitlebens Mähnen tragen», stellt Professor Trüeb trocken fest. «Eine zweite, ganz wesentliche Ursache ist diffuser Haarausfall infolge von Mangelernährung, Krankheiten, Stress oder Medikamenten. Besonders Frauen nach der Menopause sind davon betroffen. Die beiden Formen, der anlagebedingte und der diffuse, treten oft auch gemeinsam auf. Während es bei Männern zu Geheimratsecken, Stirn- und Scheitelglatze kommt, zeigt sich bei Frauen eine zunehmende Verbreiterung des zentralen Haarscheitels.»

Über den ganzen Kopf verteilt produziert der Körper rund 30 Meter Haare pro Tag, eine unglaubliche Leistung, für die eine optimale Nährstoffversorgung mit hochwertigen Aminosäuren, Spurenelementen und Vitaminen nötig ist. Entsprechend empfindlich reagieren die Haarwurzeln gegenüber negativen äusseren Einflüssen wie ungünstige Ernährung, Rauchen, hormonelle Umstellungen, verschiedene Krankheiten, aber auch Medikamente. Es gibt Jahreszeiten, in denen die Haarwurzeln ganz besonders empfindlich sind. Prof. Trüeb: «Wir haben in einer Untersuchung an 800 Frauen über einen Zeitraum von sechs Jahren zeigen können, dass das Haarwachstum saisonalen Schwankungen unterliegt. Am schlechtesten ist es im Spätsommer und Herbst.»

Nahrungsergänzungsmittel können helfen

Diese Erkenntnisse lassen klare Schlussfolgerungen für die Praxis zu. Wer Wert auf gesundes und volles Haar legt, sorgt für eine ausgewogene Ernährung, die reich an hochwertigen Aminosäuren, Vitaminen und Spurenelementen ist. Frauen mit anlagebedingtem Haarausfall sollten Hormonpräparate vermeiden, die eine männliche Wirkungskomponente haben. Rauchen schädigt nicht nur den Körper, sondern wirkt sich auch negativ auf den Zustand der Haare aus. Kopfhaut und Haare sollten ebenso vor starker Sonneneinwirkung geschützt werden.

Im Herbst und Winter ist aufgrund der jahreszeitlichen Sensibilität der Haarwurzeln ein hochwertiges Nahrungsergänzungspräparat angezeigt, das die wichtigen Nährstoffe für die Haarproduktion in hoher Konzentration enthält und damit dem diffusen Haarausfall entgegenwirkt. Da mit zunehmendem Alter der Haarausfall häufiger wird und der Nährstoffbedarf der Haarwurzeln zusätzlich steigt, profitieren besonders Frauen nach den Wechseljahren von einer optimierten Nährstoffversorgung. Professor Trüeb: «Eine Nahrungsmittelergänzung setzen wir erfolgreich bei Frauen mit diffusem Haaraufall ein sowie bei Frauen mit androgenetischer Alopezie, in Kombination mit der medikamentösen Therapie, damit eine optimale Nährstoffversorgung der Haarwurzeln gewährleistet ist.» Wichtig ist, dass jede Behandlung von Haarausfall konsequent während mindestens dreier Monate durchgeführt wird. Wunder über Nacht sind nicht zu erwarten, jedoch stellen sich gewöhnlich nach acht Wochen Therapie erste merkbare Resultate ein.

Wer unter Haarausfall leidet, geht am besten zum Spezialisten. Im Vordergrund steht die Ursachenbehandlung. Eine sorgfältige Befragung und Untersuchung liefern meistens die Diagnose. Andernfalls müssen eine Haarwurzelanalyse, Blutuntersuchungen oder Gewebeproben gemacht werden. Prof. Trüeb rät, frühzeitig zum Arzt zu gehen, bevor man sinnlos Geld ausgibt. «Je früher die Diagnose, desto eher kann man mit einer richtigen Therapie Haarausfall erfolgreich behandeln.»

Was Sie tun können

Welche Erkenntnis bleibt? Nehmen wir die Jahre, wie sie kommen. Dazu gehört auch das Alter. Bei den Haaren zeigt sich das beim einen früher, beim anderen später. Und tun wir für schönes und kräftiges Haar und damit unsere Eitelkeit das, was wir können: nicht rauchen – unter uns: Das nützt auch Herz und Lunge –, die Haare nicht lange der direkten Sonne aussetzen und auf eine optimale Nährstoffzufuhr achten.

«Schöne, gesunde Haut und Haare sind wichtige Elemente des menschlichen Selbsterlebens und der Selbstdarstellung sowie Fremdwahrnehmung und -beurteilung», sagt Professor Ralph Trüeb. Nach 20 Jahren Universitätsspital Zürich hat er die selbständige Tätigkeit in eigener Praxis und Haarcenter aufgenommen. Er und sein Ärzteteam legen Wert darauf, sich nicht auf das Handwerk ästhetischer Eingriffe zu beschränken, sondern die Patientinnen und Patienten vor allem im Hinblick auf Prävention, Früherkennung und Behandlung krankhafter Zustände der Haut und Haare zu untersuchen und zu beraten.

Dermatologische Praxis und Haarcenter Professor Trüeb, Zentrum Wallisellen, Bahnhofplatz 1a,
Telefon 044 832 58 58, 8304 Wallisellen, www.derma-haarcenter.ch

Dienstleistungen:

  • Haarsprechstunde (Abklärung und Therapie von Haarausfall)
  • Haartransplantations-Sprechstunde (Beratung)
  • Laserepilation (definitive Haarentfernung mit der High-Speed-Technologie)
  • Allergieabklärung (Kopfhautekzeme und Handekzem im Coiffeurberuf)
  • Hautphysiologische Messstation (Abklärung und Pflegeberatung bei Kopfhautproblemen)
  • Traditionelle Chinesische Medizin

Professor Trüeb ist Stiftungsratspräsident der neu gegründeten SWISS SKIN & HAIR FOUNDATION   www.sshf.ch