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Weniger Kohlenhydrate, mehr Fett

Einschränkungen beim Fettkonsum bringen nichts. Mit den Kohlenhydraten hingegen muss man runter. Das ist das klare Ergebnis einer weltweiten Megastudie.

The skull made of sugar cubes. Sugar kills. Pink background

Jetzt ist es hieb- und stichfest. Die Fettreduktion, die uns jahrelang gepredigt wurde, bringt rein gar nichts. Im Gegenteil. Wer möglichst wenig Fett zu sich nimmt, dafür aber mehr Kohlenhydrate isst, schadet nur seiner Gesundheit. Das beweist eine Analyse der weltweiten PURE-Studie, in welcher die Ernährungsgewohnheiten von rund 135’000 Menschen aus 18 Ländern auf 5 Kontinenten untersucht wurden. Personen mit einem hohen Fettanteil von um die 35 Prozent in ihrer Nahrung hatten das geringste Sterberisiko. Ein hoher Kohlenhydratanteil von mehr als 60 Prozent ging mit einer höheren Sterblichkeit einher. Diese Aufsehen erregenden Resultate wurden auf dem Europäischen Herzkongress in Barcelona vorgestellt.

Mit dem Grundsatz „weniger Kohlenhydrate, mehr Fett“ werden die geltenden Ernährungsempfehlungen auf den Kopf gestellt. Die Studienleiter aus Kanada: „Es ist unwahrscheinlich, dass eine Beschränkung des allgemeinen Fettkonsums die Gesundheit der Bevölkerung verbessert. Vielmehr könnte ein Gesamtfettanteil von 35 Prozent gepaart mit einem verminderten Kohlenhydrat-Konsum die Mortalität eher senken.“

Obst und Gemüse senken Herz-Kreislauf-Risiko

Noch eine Überraschung förderte die Mega-Studie zutage: Drei bis vier Portionen Gemüse und Obst pro Tag reichen aus, um das Herz-Kreislauf-Risiko substanziell zu senken. Das ist um so aussagekräftiger, handelt es sich doch um die erste Studie überhaupt, die es zum Zusammenhang zwischen dem Konsum von Obst, Gemüse sowie Hülsenfrüchten und dem kardiovaskulären Risiko in unterschiedlichen Regionen der Welt gibt.

An der sogenannten Kohortenstudie nahmen 135’335 Menschen teil und wurden über 7 Jahre lang beobachtet. In dieser Zeitspanne traten 5796 Todesfälle und 4784 schwere Herzkreislauf-Zwischenfälle auf.

Die Autoren der Studie fordern, dass die weltweiten Ernährungsrichtlinien umgehend an die neuen Erkenntnisse angepasst werden. Die Einschränkungen des Fettkonsums sollen aufgehoben und der Konsum von Kohlenhydraten hingegen reduziert werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat auf die überraschenden Ergebnisse bereits reagiert und kündigte eine Überarbeitung ihrer Empfehlungen an.

Die meisten Kohlenhydrate werden übrigens in China, Asien und Afrika konsumiert. Am meisten Fett in ihrer Nahrung haben Menschen in Nordamerika, Europa, im Mittleren Osten und Südostafrika.