Aktivitäten im Freien sind bei Demenz die beste Medizin

Bewegung an der frischen Luft sowie Massagen und Musik beruhigen selbst aggressive Demenzkranke wirksamer als Medikamente. Das berichtet die Ärztezeitung aufgrund neuer Studienergebnisse.

Demenz
Bild: AdobeStock, Urheber: Jenny Sturm

Gegen Ängste und Aggressionen von Demenzpatienten wirken Psychopharmaka weniger gut als angenommen. Das ist das Ergebnis einer Analyse von 163 Studien mit über 23’000 Teilnehmern. Deutlich bessere Effekte haben Aktivitäten im Freien, Musik- und Massagetherapie sowie Berührungen. Im Ranking der wirksamsten Massnahmen gegen körperliche Aggressionen schafften es Aktivitäten an der frischen Luft auf Platz 1. Den Spitzenplatz bei der Wirkung auf verbale Aggression teilten sich Aktivitäten im Freien mit Massage- und Berührungstherapien.

Sämtliche Behandlungsleitlinien raten denn auch explizit zu nicht-medikamentösen Interventionen bei der Betreuung von Menschen mit Demenz. In der Praxis erhalten aggressive Demenzkranke aber sehr oft Psychopharmaka, um sie ruhig zu stellen, nicht zuletzt aufgrund begrenzter personeller Ressourcen. Die Folgen können fatal sein, weil diese Medikamente mit einem erhöhten Sterbe-, Sturz- und Frakturrisiko einhergehen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 31.10.2019.

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