Darmkrebs trifft immer mehr junge Leute

Während die Häufigkeit von Dickdarmkrebs bei älteren Personen dank Früherkennung sinkt, zeigen neuste Daten einen starken Anstieg bei jungen Menschen. Schuld sind wahrscheinlich Junkfood und Sitzen.

Darmkrebs
Bild: AdobeStock, Urheber: Saw

Die Steigerung ist deutlich. Die Häufigkeit von Darmkrebs nimmt bei jungen Menschen in Europa zu, auch in der Schweiz. In gewissen Ländern hat sie sich bei den 20- bis 29-Jährigen innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt. Gerade in den letzten Jahren sind die Fallzahlen immer stärker gestiegen. Die Gründe dafür sind bisher nicht klar.

Familiäres Risiko mehr beachten

Die wahrscheinlichste Ursache sind veränderte Lebensgewohnheiten, allen voran Übergewicht, schlechte Ernährung, Alkoholkonsum und Rauchen. Dass insbesondere Bewegungsarmut und Übergewicht bei jungen Menschen immer häufiger werden, ist belegt. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass hoher Fleischkonsum, Fast Food, Fertiggerichte und stark verarbeitete Lebensmittel der Darmgesundheit schaden, besonders dann, wenn sie frische Lebensmittel mit Vitaminen, Antioxidantien und Ballaststoffen vom Speiseplan verdrängen. Aber auch das familiäre Risiko muss mehr beachtet werden. Es führt häufig zu Darmkrebs in jungen Jahren.

Junge Patienten leiden oft an sehr aggressiven Tumoren. Zum Zeitpunkt der Diagnose haben sie im Vergleich zu älteren Patienten häufiger bereits Metastasen. Flächendeckende Vorsorgeuntersuchungen mit Darmspiegelung eignen sich für jüngere Bevölkerungsgruppen nicht. Wichtig sind jedoch gezielte Spiegelungen für junge Menschen mit einem erhöhten familiären Risiko. Ist ein naher Verwandter an Darmkrebs erkrankt, ist eine Darmspiegelung zehn Jahre vor dem Erkrankungsalter des Verwandten ratsam.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 07.11.2019.

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