Der neue Minimalismus

Wenn alle Menschen nur noch zwei Mal am Tag essen, sieht unsere Welt ganz anders aus. Madeleine Baumann hat das am eigenen Leib erfahren.

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Bild: fotolia.de, Urheber: franz12

„In letzter Zeit werde ich immer wieder gefragt, wie lange ich das noch machen beziehungsweise wie lange ich noch nur zwei Mal am Tag essen wolle. Ob ich nicht bald wieder einmal mit drei Mahlzeiten beginnen möchte? Ich habe keinen Grund, etwas zu ändern. Es geht mir so gut dabei. Ich bin fit und voller Energie und vermisse überhaupt nichts. Im Gegenteil, ich bin so froh, dass ich nicht mehr so viel essen muss. Das ist unglaublich befreiend.

Zur Zeit lese und höre ich oft vom neuen Minimalismus. In den Buchhandlungen gibt es ganze Regale mit Büchern zu diesem Thema. Auch die Zeitschriften sind voll mit Artikeln. Langsam dringt es den Menschen immer mehr ins Bewusstsein, dass es mit dem Konsum nicht so weitergehen kann. Seit ich nur noch zwei Mahlzeiten pro Tag zu mir nehme, wird mir immer bewusster, wie viel ich früher konsumiert habe. Jetzt kaufe ich weniger ein und verbrauche weniger Plastik.

Weniger von allem

Wenn ich den Gedanken weiterverfolge und mir vorstelle, dass alle Menschen nur noch zwei Mal am Tag essen, würden wir viel weniger von Allem brauchen. Weniger Energie. Weniger Abfall. Weniger Plastik im Meer. Weniger Nahrungsmittel, die weggeworfen würden. Weniger Wasserverbrauch. Wir wären gesünder, weil wir nicht mehr so viel Übergewicht hätten. Weniger Diabetes, weniger Herz- und Kreislaufkrankheiten, weniger Arthrose, weniger Medikamente, weniger Arztbesuche.

Seit ich nur noch zwei Mahlzeiten zu mir nehme, ist mir Vieles bewusster geworden. Ich esse und lebe viel bewusster. Am Morgen mache ich mir mein Müesli mit viel Liebe und Früchten. Auch oft ein Stück Käse, da ich auch Lust auf etwas Salziges habe. Den ganzen Tag esse ich nichts mehr. Ich trinke nur Wasser. Manchmal, vor allem in der kalten Jahreszeit, eine heisse Bouillon.

M. Baumann Portrait
Madeleine Baumann

Nicht naschen

Das einzige, wo ich mich bewusst entscheiden muss, ist nichts zu naschen. Wenn ich etwas nasche, bekomme ich Hunger. Doch wenn ich nichts nasche, geht es den ganzen Tag ohne Hungerkrisen. Mich gegen das Naschen zu entscheiden, fällt mir nicht schwer, weil die Freude auf das Essen am Abend umso grösser wird. So habe ich meine ganz private und persönliche Fastenzeit. Jeden Tag. Am Abend wird das Essen ein Fest.

Mein Körper hat gelernt, was ihm guttut. Er will gar nichts anderes mehr. Es war eine kleine Entscheidung zu einer Umstellung, die eine grosse Auswirkung hat.

Raum für etwas Neues schaffen

Letzthin habe ich einen Vorschlag für die Fastenzeit gehört: Warum nicht etwas Altes und Gewohntes weglassen, um so Raum für etwas Neues zu schaffen? Wie wäre es, einmal bewusst eine Mahlzeit wegzulassen, um Raum für etwas ganz Neues zu gewinnen?

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 09.05.2019. Setzte ein Lesezeichen permalink.

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