Die Impfung allein stoppt Corona nicht

Wenn alle, die es wollen, im Sommer geimpft sind, will der Bundesrat alle Massnahmen aufheben. Doch das ist brandgefährlich, wie neue Berechnungen in England zeigen.

Impfen Bild AdobeStock Urheber Editorial Use Only Markus Mainka
Bild: AdobeStock, Urheber: Editorial Use Only Markus Mainka

Um die Pandemie zu beenden, braucht es neben der Impfung unbedingt noch weitere Massnahmen. Auch wenn der grösste Teil der Bevölkerung geimpft ist, komplett verzichten kann man auf Masken, Abstand und begrenzte Lockdowns vorerst nicht, wenn es nicht immer wieder zu Wellen steigender Neuinfektionen kommen soll. Das rechnen Wissenschaftler am Beispiel Grossbritanniens im Fachmagazin «Lancet Infectious Diseases» vor. Sie versuchten zu modellieren, wie die Pandemie bis 2024 verläuft.

Das liegt erstens daran, dass längst nicht alle Menschen eine Impfung wollen. Zweitens, dass mit keiner Impfung ein vollständiger Schutz möglich ist. Drittens, dass ihr Effekt mit der Zeit nachlässt. Und viertens, dass ihre Wirksamkeit gegen bestimmte Mutationen nur sehr beschränkt ist. Gemäss den Berechnungen der Forscher würde der R-Wert selbst nach Abschluss der Impfkampagne bei 1.6 liegen, wenn keine weiteren Massnahmen gegen das Virus getroffen werden.

Mit der Impfung und Schutzmassnahmen wie Maskentragen, Abstandhalten, regelmässigen Tests und wenn nötig lokalen Einschränkungen könnten weitere Infektionswellen aber verhindert oder niedrig gehalten werden.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 01.04.2021.

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