Schweizer Corona-Impfstoff als Nasenspray

Nicht mehr pieksen, sondern nur noch sprayen. So impft man in Zukunft gegen Corona. Die Vorteile sind immens. Viel weniger Ansteckungen, kaum mehr Übertragungen.

Nasenspray Viren Impfung Bild AdobeStock Urheber Juergen Faelchle
Bild: AdobeStock, Urheber: Juergen Faelchle

Der prominenteste Virologe des deutschsprachigen Raumes Christian Drosten spricht vom nächsten Meilenstein in der Bekämpfung der Pandemie. Kein Pieks mehr, sondern ein Spray, mit dem abgeschwächte Coronaviren in die Nase gesprüht werden und dort für einen viel besseren Übertragungsschutz sorgen als dies mit den heutigen Impfstoffen möglich ist.

Bald beginnt die klinische Erprobung

Diese Vorstellung klingt nicht nur verlockend, sondern wird wohl bald Realität. Und die Schweiz forscht an der vordersten Front. Volker Thiel, Virologe an der Universität Bern und Mitglied der Covid-19-Taskforce des Bundes, arbeitet zusammen mit einem internationalen Team intensiv daran, zwei Impfstoffkandidaten bis zum Abschluss der präklinischen Phase zu bringen, um dann den Weg für eine sicheres und günstiges Vakzin zu ebnen.

Das Virus möglichst früh abfangen

Der neue Impfstoff soll die Immunabwehr dort stärken, wo das Virus in den Körper eindringt und sich zuerst vermehrt, in den Schleimhäuten. So liesse sich das Virus früh abfangen und eine Ansteckung verhindern und nicht erst schwere Krankheitsverläufe. Zudem könnte dies das Übertragungsrisiko reduzieren.

Bessere Wirkung gegen neue Varianten

Ein abgeschwächtes Virus kann die körpereigene Abwehr noch stärker stimulieren als mRNA-Impfstoffe, die das Immunsystem nur mit einem einzigen Eiweiss des Virus trainieren, sagt Volker Thiel. Wahrscheinlich würden solche Impfstoffe deutlich breiter wirken und für zukünftige Varianten besser geeignet sein.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 20.01.2022.

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