Telemedizin reduziert bei Herzschwäche Sterberisiko massiv

Eine telemedizinische Betreuung senkt die Mortalität bei Patienten mit Herzschwäche um fast ein Drittel. Die Fernüberwachung hilft, Komplikationen und kritische Situationen rasch zu erkennen.

Telemedizin
Bild: AdobeStock, Urheber: georgejmclittle

Vor allem ältere Menschen mit Herzinsuffizienz profitieren vom Telemonitoring. Das ergab eine Analyse von Krankenkassendaten. Die Patienten erfassten dabei täglich die Symptome der Herzinsuffizienz und ihr Körpergewicht. Die Daten wurden telemetrisch an ein Betreuungszentrum übermittelt und analysiert, beides funktionierte automatisiert. So konnte eine Verschlechterung sieben bis zehn Tage vor einem drohenden Spitalaufenthalt erkannt werden. Gab es Anzeichen dafür, wurden Arzt und Patient schnell informiert, sodass Gegenmassnahmen eingeleitet werden konnten.

Während des Beobachtungszeitraums starben 2166 der telemedizinisch betreuten Patienten und 3027 Personen aus der Kontrollgruppe ohne Telemonitoring. Das entspricht einer Mortalitätsrate von 9,1 pro 100 Personenjahre in der Interventionsgruppe und einer Rate von 13,9 pro 100 Personenjahre in der Kontrollgruppe – ein grosser Unterschied. Insgesamt reduzierte die telemedizinische Betreuung die Sterblichkeit im Beobachtungszeitraum um ein Drittel. Personen über 76 profitierten dabei noch etwas stärker vom Telemonitoring als jüngere Patienten.

Die Früherkennung einer sich verschlechternden Herzschwäche ist besonders wichtig. Viele Patienten nehmen Symptome wie Wassereinlagerungen in den Beinen, Abgeschlagenheit und Müdigkeit nicht ernst und reagieren zu spät. Die Ergebnisse zeigen, wie effektiv eine telemedizinische Betreuung der Patienten den Arzt unterstützen kann, bei Entgleisungen rasch zu reagieren und gegenzusteuern.

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 21.11.2019.

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