Von der Nase ins Knie

Knorpelzellen aus der Nasenscheidewand können laut Forschenden der Universität und des Uni-Spitals Basel Arthrose im Knie reparieren.

KnieArthrose Bild AdobeStock Urheber unbekannt
Bild: AdobeStock, Urheber: unbekannt

Bei zwei jungen Patienten, die aufgrund einer Fehlstellung der Beinknochen an einer schweren Kniearthrose litten, setzten die Ärzte des Universitätsspitals Basel gezüchtete Knorpelzellen aus der Nase ein. Mit Erfolg. Beide Patienten berichteten von einer Reduktion der Schmerzen und von erhöhter Lebensqualität. Ohne diese neuartige Behandlung wäre eine Kniegelenkprothese nötig geworden. Solche Prothesen haben jedoch eine beschränkte Haltbarkeit, was besonders bei jüngeren Patienten mehrfache Operationen bedeuten würde. Das Team um Ivan Martin und Andrea Barbero entnahm eine Gewebeprobe aus der Nasenscheidewand des jeweiligen Patienten, kultivierte die darin enthaltenen Knorpelzellen und züchtete daraus eine Knorpelschicht, die dann chirurgisch ins Kniegelenk eingesetzt wurde.

Entzündung entgegenwirken

Die Gewebeumgebung im Knie ist bei Arthrose von anhaltenden Entzündungsreaktionen geprägt. Das Team musste zuerst testen, ob der Knorpelersatz durch die Entzündungsfaktoren angegriffen und degeneriert wird. Die Ergebnisse der Tierversuche waren vielversprechend. Nicht nur erwies sich das Gewebe aus Nasenknorpelzellen als sehr robust, es schien auch den Entzündungen entgegenzuwirken. Der Effekt sei vor allem darauf zurückzuführen, dass ein bei Arthrose chronisch überaktivierter molekularer Signalweg durch die Nasenknorpelzellen gebremst wurde.

Die Ergebnisse sind im Fachjournal «Science Translational Medicine» erschienen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 21.10.2021.

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