Wer klug ist, lässt sich impfen

Die Grippeimpfung hat nicht den besten Ruf. Dabei ist sie eine der ­vernünftigsten, wirksamsten und billigsten Massnahmen, um sich und ­andere zu schützen. Ein flammender Appell, endlich umzudenken.

Grippeimpfung

Eine Grippe ist harmlos. Eine Grippe stärkt das Immunsystem. Vor einer Grippe kann man sich schützen mit viel Schlaf und vielen Vitaminen. Alles Quatsch. Was wir über die Grippe denken und wie wir mit ihr umgehen, grenzt an Dummheit. Soll einer sagen, es mache Sinn, dass jeden Winter bis zu einer Million an Grippe erkranken, 100 000 bis 300 000 deswegen zum Arzt und 1000 bis 5000 ins Spital müssen und bis zu 1000 Menschen jedes Jahr daran sterben. Passt das wirklich zusammen, über die Krankenkassenprämien zu jammern und gleichzeitig Hunderte von Millionen zu vergeuden für etwas, das man mit einem Pikser verhindern könnte?

Auch junge und gesunde Menschen sollen sich impfen

Wer an Grippe erkrankt, gefährdet nicht nur sich, sondern auch andere, vor allem ältere und kranke Menschen. Gerade sie benötigen dringend einen Schutz. Die Impfung wirkt jedoch bei ihnen längst nicht so zuverlässig wie bei jungen gesunden Menschen. Deshalb braucht es ein Umdenken. Grippeepidemien wird man nie verhindern können, solange nur halbherzig geimpft wird. Nur wenn sich die breite Bevölkerung impfen lässt, wird die Infektionskette durchbrochen. Nur wenn sich auch junge und gesunde Menschen impfen lassen, werden alte und kranke Menschen geschützt. Gegen Grippe impfen ist ein Akt der Vernunft und ein Zeichen der Solidarität.

Nationaler Grippeimpftag

Deshalb rufen wir alle auf, zur Grippe­impfung zu gehen. Der nationale Grippe­impftag vom 8. November ist eine gute Gelegenheit dazu. Zum Pauschalpreis von nur 30 Franken kann man das bei den meisten Hausärzten und vielen Apotheken machen. Gerade das Impfen in Apotheken wird immer beliebter. Besonders junge Leute schätzen das unkomplizierte Angebot. Achten Sie darauf, dass ein Vierfach-Impfstoff verwendet wird, der ein breites Virus-Spektrum abdeckt und so optimal vor Grippe schützt. Vierfach-Impfstoffe sind heute medizinischer Standard.

Dr. Stutz impft

Am nationalen Grippeimpftag vom 8. November 2019 impft Dr. Stutz in der Zeit von 9 bis 18 Uhr in der Dr. Andres Apotheke am Stadelhofen. Das Team von Dr. Andres steht ihm dabei tatkräftig zu Seite. Nutzen Sie diese einmalige Gelegenheit und stellen Sie Fragen. Aber auch die meisten anderen der über 100 Rotpunkt Apotheken bieten die Grippeimpfung an, und zwar durchgehend, nicht nur am nationalen Grippeimpftag.

Hier finden Sie die Liste der teilnehmenden Rotpunkt Apotheken

Impfen in der Apotheke ist einfach und unkompliziert

Die Grippe ist eine ernsthafte Infek­tionskrankheit. Dr. Ruedi Andres von der Dr. Andres Apotheke Stadelhofen über Nutzen und Risiken der Grippeimpfung.

Warum soll man sich gegen ­Grippe impfen lassen? Ich es nicht gescheiter, sie auf natürliche Weise durchzu­machen?

Die Grippe ist eine ernsthafte Infektionskrankheit, die rund zehn Tage dauern kann und zu Ausfällen führt. Noch Wochen später machen sich Schwächegefühl und Husten bemerkbar. Eine Grippe kann für Risikopersonen sogar tödlich verlaufen und ist nicht zu verwechseln mit einer banalen Erkältung. Die Grippeimpfung ist nach wie vor die einfachste, wirksamste und kostengünstigste Vorbeugung, um sich und seine Mitmenschen vor einer Grippeerkrankung und deren Komplikationen zu schützen. Die beste Zeit für die Impfung ist von Mitte Oktober bis Mitte November. Die geimpfte Person ist danach während vier bis sechs Monaten vor einer Erkrankung geschützt.

Nützt die Impfung überhaupt etwas?

Die Wirksamkeit der Impfung hängt von verschiedenen Faktoren ab, vom Alter und Gesundheitszustand der geimpften Person sowie von den aktuell zirkulierenden Influenzaviren-Stämmen. Die Grippeimpfung schützt nicht in jedem Fall. Bei gesunden jungen Erwachsenen senkt sie das Erkrankungsrisiko um 70 bis 90 Prozent, bei Seniorinnen und Senioren um 30 bis 50 Prozent. Tritt dennoch eine Grippe auf, sind die Symptome meistens schwächer und schwere Komplikationen seltener.

Und was ist mit den Risiken?

Unerwünschte Wirkungen nach einer Grippe­impfung können sein:

Reaktionen an der Injektionsstelle wie Schmerz, Rötung, Juckreiz. Sie kommen häufig vor und verschwinden meistens innert zwei Tagen.

Reaktionen, die den ganzen Körper betreffen. Fieber, Muskelschmerzen, Unwohlsein treten bei circa 5 Prozent der Geimpften auf. Sie halten selten länger als zwei Tage an.

Schwere Nebenwirkungen wie Nesselfieber, Schwellungen, Asthma oder Schock sind äusserst selten. Ein Zusammenhang zwischen Lähmungen, also dem Guillain-Barré-Syndrom und der Grippeimpfung ist nicht klar erwiesen. Dazu kommt es eventuell in einem Fall pro einer Million geimpfter Personen.

All diese Risiken sind aber ungleich geringer als jene, die mit einer Grippeerkrankung einher­gehen.

Grippeimpfung Dr Andres Portrait 2017
Dr. Ruedi Andres, Dr. Andres Apotheke Stadelhofen

Wer soll sich impfen lassen? Nur ältere Leute und chronisch Kranke?

Menschen mit erhöhtem Risiko für Kompli­kationen und ihnen nahestehende Personen sollten sich impfen lassen. Die Impfung reduziert zum einen das eigene Ansteckungsrisiko, und zum anderen schützen geimpfte Personen auch ihre Angehörigen sowie ihre Mitmenschen vor der Übertragung von Grippeviren. Die Grippeimpfung wird empfohlen für Personen ab 65, schwangere Frauen, frühgeborene Kinder bis zwei Jahre sowie für Patienten mit chronischen Erkrankungen. Die saisonale Grippeimpfung kann ebenfalls für alle Personen in Betracht gezogen werden, die ihr Risiko für eine Grippeerkrankung aus privaten oder beruflichen Gründen vermindern möchten.

Können die Apotheker impfen? Ist das nicht eine ärztliche Aufgabe?

Es gibt einen grundsätzlichen Unterschied zwischen Arzt und Apotheker. Der Arzt impft kranke, der Apotheker gesunde Personen ab 18 Jahren. Bei der Kompetenzerweiterung im Impfbereich durch die Apotheker geht es vor allem darum, gesunden erwachsenen Menschen eine niederschwellige Möglichkeit zu bieten, die Durchimpfungsrate zu verbessern. Impfen in der Apotheke entlastet zudem Hausärzte und Notfallstationen.

Wie reagiert das Publikum?

Impfen in der Apotheke ist eine Serviceleistung, die immer häufiger verlangt wird. Sehr geschätzt wird, dass man spontan und ohne Voranmeldung vorbeikommen kann, um sich einfach und unkompliziert impfen zu lassen.

10 Dinge, die jeder über die Grippeimpfung wissen muss

Eine Grippe ist ansteckend, lange bevor man krank wird. Selbst das Tragen von Masken bietet keinen ausreichenden Schutz. In Spitälern werden bis zur Hälfte der Menschen krank.

  1. Jeder kann sich mit der Grippe infizieren. Das Risiko einer Komplikation besteht in jedem Fall, auch bei jüngeren Personen. Bestimmte Menschen sind jedoch besonders gefährdet, schwer zu erkranken oder sogar zu sterben. Dazu gehören ältere Menschen und solche mit chronischen Erkrankungen.
  2. In der Schweiz suchen jeden Winter 100 000 bis 300 000 Personen wegen einer grippeähnlichen Erkrankung einen Arzt oder eine Ärztin auf. Jedes Jahr sterben in der Schweiz über 400 Menschen an einer Grippe, bei schweren Epidemien sind es bis zu 1000. Zudem sind zwischen 1000 und 5000 Hospitalisierungen pro Jahr auf eine Grippeerkrankung zurückzuführen.
  3. Besonders junge gesunde Erwachsene sind der Ansicht, eine Grippe sei harmlos und von der Impfung würden nur Risikopersonen profitieren. Manche glauben sogar, eine Grippeerkrankung durchzumachen stärke das Immunsystem. Dem ist nicht so. Erkrankte fühlen sich tage- oder sogar wochenlang mies und kraftlos und fallen bei der Arbeit oder zu Hause lange aus.
  4. In Spitälern erkranken oft bis zur Hälfte aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie Patienten an der Grippe. Zum Vergleich: In der Bevölkerung bekommen ohne Impfung lediglich 10 bis 20 Prozent eine Grippe. Dennoch halten sich viele Fachpersonen für wenig anfällig und verweigern eine Impfung. Oft hört man auch den Satz: Ich habe das Recht, krank zu sein.
  5. Ausgewogene Ernährung, regelmässige Bewegung und genügend Schlaf unterstützen zwar die Abwehr gegen Infekte, als alleiniger Schutz vor Grippe genügen sie jedoch bei Weitem nicht. Auch Hygienemassnahmen, das Tragen von Masken sowie sofortiges nach Hause gehen bei Grippesymptomen können eine Übertragung von Grippeviren nicht verhindern. Sogar bei milden Grippeverläufen kann man bereits ein bis zwei Tage vor dem Krankheitsausbruch andere Menschen mit Grippeviren anstecken, ohne es zu merken.
  6. Die Impfung ist die einfachste, wirksamste und kostengünstigste Massnahme, um sich selbst und sein Umfeld vor der Grippe und ihren Komplikationen zu schützen. Sie bietet in 70 bis 90 Prozent der Fälle einen wirksamen Schutz. Grippeimpfstoffe entfalten ihre Wirkung etwa nach zwei Wochen. Es ist unmöglich, sich über den Impfstoff mit der Grippe anzustecken.
  7. Manchmal hört man von Geimpften, dass sie den ganzen Winter erkältet gewesen seien. Das liegt jedoch nicht an der Impfung, sondern daran, dass die meisten Menschen ein oder sogar mehrere Male pro Winter eine Erkältungskrankheit bekommen. Dafür sind rund 200 verschiedene Erkältungsviren verantwortlich. Die Grippeimpfung hat keinen Effekt auf solche Erkältungen.
  8. Impfstoffe gegen die Grippe gibt es seit über 50 Jahren. Sie wurden Millionen von Menschen verabreicht und haben sich als äusserst sicher erwiesen. Bei circa 5 Prozent der Geimpften treten Symptome auf, die den Grippesymptomen sehr ähnlich sind. Sie sind harmlos und klingen rasch wieder ab. Das erklärt, weshalb der Eindruck entstehen kann, die Grippeimpfung nütze kaum etwas.
  9. Die Nebenwirkungen der Grippeimpfung sind viel harmloser als die Komplikationen einer Grippeerkrankung. Schwere Nebenwirkungen sind äusserst selten, ganz im Gegensatz zu einer Grippe. Die Furcht vor schweren oder bleibenden Schäden nach der Grippeimpfung ist völlig unangebracht.
  10. Impfen ist auch ein Dienst an der Allgemeinheit, weil dadurch die Übertragungskette unterbrochen wird. Deshalb sollten sich nicht nur Personen impfen, die einer Risikogruppe angehören, sondern alle.
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 31.10.2019.

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